Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen.

Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen.

Bild: © Adobe Stock/Mapics

Gasnetz Hamburg hat im Corona-Jahr 2020 erneut einen Gewinn eingefahren. Mit 17,2 Mio. Euro liegt dieser allerdings niedriger als im Jahr 2019, als das kommunale Unternehmen 19,8 Mio. Euro erwirtschaftet hat. Der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine zeigte sich bei einer online übertragenen Pressekonferenz dennoch zufrieden. „Trotz Corona ist es uns gelungen, ein doch wirklich sehr solides Jahresergebnis zu produzieren.“ Die transportierte Erdgasmenge im Netz lag 2020 mit 20,03 Terawattstunden nur etwa ein Prozent unter dem Vorjahreswert (2019: 20,25 Terawattstunden), teilte Gasnetz Hamburg weiter mit.

Auch im vergangenen Jahr hat das Unternehmen kräftig investiert. Die Gesamtinvestitionen lagen bei 37,8 Mio. Euro. Das Geld wurde 2020 nach Angaben von Heine vor allem in den Gasnetzbetrieb gesteckt. Darüber hinaus habe man aber auch in moderne Arbeitsplätze investiert. Hamburg habe einen „herausfordernden Arbeitsmarkt“, da müsse man als Arbeitgeber einiges tun, um für Fachkräfte attraktiv zu sein, so der Geschäftsführer. Um dem demografischen Wandel zu begegnen, bilde man aktuell 65 junge Fachkräfte und duale Studierende aus. Die Ausbildungsquote lag 2020 mit 10,9 Prozent erneut sehr hoch, betonte Heine. Besser werden wolle man auch beim Thema Diversität. Unter anderem habe man sich zum Ziel gesetzt, bis 2024 einen Frauenanteil von 24 Prozent in Führungspositionen zu erreichen.

Kerstan: Wasserstoff bringt die Energiewende

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) betonte bei der Pressekonferenz, wie wichtig das Gasnetz – Stichwort: Transport von Wasserstoff – für den Klimaschutz sei. Handlungsbedarf sieht der Politiker vor allem bei der Industrie. Hier gebe es durch den Umstieg auf Wasserstoff ein CO2-Einsparungspotential von 1,2 Mio. Tonnen jährlich. Gasnetz Hamburg plant bereits den Bau eines Wasserstoff-Netzes, mit dem Industriekunden versorgt werden können.  

Auch sich selbst hat Gasnetz Hamburg ehrgeizige Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Der städtische Betrieb hat 2020 durch Investitionen in Gebäude und Technik seine CO2-Emissionen um 33,2 Prozent gegenüber dem Referenzjahr 2012 reduziert (Emissionen 2020: 7300 t CO2). Bis 2025 will das Unternehmen seine Emissionen halbieren. 2030 soll der Betrieb klimaneutral arbeiten.

Effizienzgewinne durch digitale Lösungen

Zugleich soll das Unternehmen noch digitaler werden. Dazu wurde eine Roadmap Digitalisierung erstellt, in der unter anderem agilen Coaches, der Einsatz von Robotern und eine intelligente Auftragssteuerung eine zentrale Rolle spielen.  

Die Aktivitäten von Gasnetz Hamburg haben erheblichen Einfluss auf die regionale Wirtschaft, führte Heine weiter aus. 107,5 Mio. Euro und damit rund 70 Prozent aller Ausgaben und Gewinne seien 2020 in der regionalen Wirtschaft der Metropolregion Hamburg verblieben. Innerhalb der Freien und Hansestadt lag der Anteil bei über 50 Prozent bzw. 82,8 Mio. Euro. Zusammen mit Steuern und Abgaben in Höhe von 11 Mio. Euro und einem indirekten Steueraufkommen in Höhe von 6,9 Mio. Euro profitierte die Hansestadt im Geschäftsjahr 2020 von 35,1 Mio. Euro aus der Geschäftstätigkeit von Gasnetz Hamburg. Hinzu komme die Gewinnabführung von 17,2 Mio. Euro. (amo)

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