Die Gelsenwasser-Konzern hat im Geschäftsjahr 2018 das Ergebnis vor Ertragssteuern auf 110,5 Mio. Euro gesteigert (Vorjahr 93,7 Mio. Euro). Der Konzernjahresüberschuss nach IFRS kletterte von 92,4 Mio. Euro auf 109 Mio. Euro. "Zum Erfolg des Jahres hat auch der Witterungsverlauf beigetragen. Jenseits dieser Effekte haben wir ein außergewöhnliches Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen", zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Henning R. Deters zufrieden. Dank einer Vervierfachung der Stromhandelsvolumen stieg der Konzernumsatz auf 1,76 Mrd. Euro (Vorjahr: 1.2 Mrd. Euro).
Profitiert hat der Wasserversorger im vergangenen Jahr insbesondere von dem Jahrhundertsommer, insbesondere beim Wasserabsatz. Ingesamt wurden 239,7 Mio. cbm Wasser geliefert – das ist ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Jahr 2017. "Unser Wasserverbundsystem hat unter diesen besonderen Bedingungen gezeigt, wie leistungsfähig es ist", erklärte Vorstand Dirk Waider. Das Wasserwerk in Haltern mit den Talsperren-Management, die mit Partnern betriebenen Werke an der Ruhr und die 8220 Kilometer Rohrnetznetzleitungen hätten den Bedarf zuverlässig auch an den Spitzentagen abgedeckt.
Sprunghafter Anstieg beim Stromhandel
Der Kälteeinbruch im März 2018 bescherte dem Unternehmen zudem unerwartet hohe Erdgasabsätze. Auch im Energiehandel legte Gelsenwasser deutlich zu. Gemeinsam mit der Energiehandelsgesellschaft West mbH (ehw), einer Handelsplattform von neun Stadtwerken, übernahm der Konzern die zentrale Beschaffung und steigerte so den Gasabsatz um 47 Prozent auf 58,1 TWh (Vorjahr: 39,6 TWh). Der Stromhandel nahm eine sprunghafte Entwicklung und legte auf 1,817 Mrd. kWh (Vorjahr 477 Mio. kWh) zu.
Gewinnabführung von 75,1 Mio. Euro
Die Beteiligungen tragen mittlerweile rund 40 Prozent zum Konzernergebnis bei. Von dem Jahresüberschuss werden rund 75,1 Mio. Euro an die Wasser- und Gas Westfalen GmbH und die restlichen Publikumsaktionäre abgeführt.Mehrheitsgesellschafter von Gelsenwasser ist die Wasser- und Gas Westfalen mit 92,9 Prozent der Anteile, Eigentümer der Gesellschaft sind je zur Hälfte die Dortmunder Stadtwerke und die Stadtwerke Bochum. Die restlichen 7,1 Prozent der Aktien befinden sich in Streubesitz.
Durch den Einstieg bei der Gelsen-Net Kommunikationsgesellschaft im vergangenen Jahr ist Gelsenwasser künftig auch im Breitbandbereich tätig. "Die Errichtung und der Betrieb von Datennetzen sind Zukunftsthemen unserer Partnerkommunen. Da wir uns als Ansprechpartner in allen Infrastrukturfragen sehen, war es nur konsequent, in diesem Geschäftsfeld handlungsfähig zu werden", bekräftigte der Gelsenwasser-Chef. Gelsen-Net hat den Zuschlag für die Erschließung der Städte Castrop-Rauxel, Herten und Recklinghausen mit schnellen Datennetzen erhalten.
Kläranlage in Schkopau stärkt die Sparte Abwasser
Einen weiteren wichtigen Schritt als Betreiber industrieller Infrastruktur hat der Versorger mit der Übernahme der Kläranlage Schkopau/Sachsen-Anhalt getan. An dem Standort im mitteldeutschen Chemiedreieck (Bitterfeld, Schkopau, Leuna) reinigt die Anlage Produktionsabwässer aus der dortigen Kunststoffchemie und Abwässer des Abwasserzweckverbands Merseburg. In der Sparte Stromerzeugung nahm Gelsenwasser mit Partnern an zwei Standorten in Hünxe Windenergieanlagen in Betrieb. Sieben Windräder erzeugen hier eine Leistung von 21 MW. Weitere elf Anlagen an zwei Standorten in Brandenburg und im Sauerland mit 56 MW Leistung sind in Planung.
Schärfung der Marke Gelsenwasser
Wegen des zuletzt rasanten Wachstums mit der Ausweitung der Geschäftsbereiche hat das Unternehmen bereits 2017 ein Projekt zur Schärfung der "Marke Gelsenwasser" gestartet, das sich nun in der Umsetzung befindet. Das Profil als Infrastrukturunternehmen für Wasser, Abwasser, Strom, Gas und Daten ist weiterentwickelt worden. Der Vertrieb geht mit der Marke "Erenja" neue Wege. "Wir sind Partner von Kommunen und Betrieben bei allen Fragen der Infrastruktur. Wir liefern Lösungen auf den Punkt", präzisiert Deters den weiteren Weg von Gelsenwasser. (hoe)
