Das Rathaus in Hermaringen: Hermaringen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg mit rund 2300 Einwohnern.

Das Rathaus in Hermaringen: Hermaringen ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg mit rund 2300 Einwohnern.

Bild: © Gemeinde Hermaringen

Von Pauline Faust

Die Gemeindewerke Hermaringen haben beschlossen, ihren Energievertrieb für Strom und Gas einzustellen. In ihrer baden-württembergischen Gemeinde (rund 2300 Einwohner) waren sie Grundversorger.

Ab 2025 übernimmt das benachbarte Stadtwerk, die Stadtwerke Giengen, die bisherigen Strom- und Gaskunden im Rahmen ihrer Marke "Einhorn-Energie". Diese Entscheidung solle langfristig eine wirtschaftliche und nachhaltige Unternehmensstrategie für die Gemeindewerke Hermaringen sicherstellen, teilte das kommunale Unternehmen auf Anfrage der ZfK mit.

Die Gemeindewerke arbeiteten bereits seit Längerem mit den Stadtwerken Giengen zusammen, die bislang IT-Systeme bereitstellten sowie kaufmännische und vertriebliche Tätigkeiten übernahmen. Ziel der Zusammenarbeit sei gewesen, durch die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen Synergien zu schaffen.

Die Marke "Güssen-Energie" bleibe vor Ort bestehen und umfasse weiterhin die Bereiche Netze, Wasser und Wärme.

Rückgang der Kundenzahlen und Herausforderungen am Energiemarkt

Wie viele andere Energieversorger waren auch die Gemeindewerke Hermaringen mit den Folgen der Energiekrise konfrontiert. Trotz temporärer Zuwächse durch den Rückfall von Kunden in die Grundversorgung führten zuletzt der starke Wettbewerb, Energieeinsparungen und die Diversifizierung von Produkten zu einem Rückgang der Kundenzahlen.

Hinzu kamen Herausforderungen durch die starken Schwankungen am Termin- und Spotmarkt, steigende Netzentgelte sowie aufwendige energiewirtschaftliche Prozesse wie die Umsetzung der Gas- und Strompreisbremse. Ein anstehender IT-Systemwechsel erhöhte den Druck zusätzlich.

Zuletzt versorgten die Gemeindewerke Hermaringen rund 900 Stromkunden (davon 300 in der Grundversorgung) und 400 Gaskunden (davon 80 in der Grundversorgung).

Keine Rückkehr zur Grundversorgung geplant

Mit der Übergabe der Kunden an die Stadtwerke Giengen endet die Tätigkeit der Stadtwerke Hermaringen im Strom- und Gasvertrieb endgültig. "Wir haben keine Pläne, erneut als Grundversorger tätig zu werden", heißt es seitens der Gemeindewerke.

Zukünftig konzentrieren sich die Stadtwerke Hermaringen auf ihre Kernaufgaben in den Bereichen Wasser-, Wärme- und Netzversorgung, um die Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit vor Ort zu gewährleisten.

Mehr zum Thema aus dem ZfK-Archiv:

Zwei Grundversorger geben 2024 auf

Neun Grundversorger gehen bis Jahresende 2022 aus dem Markt

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper