Ende dieses Jahres beenden insgesamt vier Gas- und Stromversorger ihre Tätigkeit. Das lässt sich der monatlich aktualisierten Liste der Liefereinstellungen der Bundesnetzagentur entnehmen.
Seit der Energiekrise sind Versorger verpflichtet, mindestens drei Monate vor Einstellung ihrer Strom- und Gaslieferung an Haushaltskunden die Aufsichtsbehörde zu unterrichten. Diese muss ihre Liste regelmäßig aktualisieren.
Zwei kleine Grundversorger
Bei den beiden Grundversorgern handelt es sich um die Stadtwerke Hemer (Gas) aus Nordrhein-Westfalen und das Hermann Geuder Elektrizitätswerk (Strom), sprich um kleine Grundversorger.
Im Sommer dieses Jahres vereinbarten die Stadtwerke Hemer mit dem benachbarten Hagener Energieversorger Enervie ein neues Pachtmodell, das 2025 starten soll. Damit wollen die Sauerländer rote Zahlen vermeiden, die sie andernfalls ab 2025 prognostiziert hätten. (Die ZfK berichtete.)
Pachtmodell in Hemer
Kern des Modells ist die Verpachtung der operativen Geschäftsbetriebe der Stadtwerke Hemer an die Tochterunternehmen von Enervie, Mark-E und Enervie Vernetzt. Dies betrifft die Sparten Strom, Gas und Wasser sowie die dazugehörigen betrieblichen Tätigkeiten in Vertrieb, Netz und Trinkwassergewinnung.
Die Stadtwerke Hemer bleiben als Eigentumsgesellschaft bestehen und verwalten weiterhin das Anlagevermögen rund um die Strom-, Gas- und Wasserversorgung in der Stadt. Enervie hatte bereits zuvor mit den Stadtwerken Plettenberg und Werdohl vergleichbare Pachtverträge unterzeichnet. (Die ZfK berichtete.)
Aufgabe in kleinem Stadtteil
Das Hermann Geuder Elektrizitätswerk hingegen gibt sein Stromnetz im Weikersheimer Stadtteil Elpersheim (Baden-Württemberg) an das Überlandwerk Schäfersheim ab, berichten lokale Medien. Laut den "Fränkischen Nachrichten" sind 400 Kunden betroffen. Am 1. Januar 2025 ende nach 115 Jahren damit eine Strom-Ära, schreibt das Blatt.
Hinter den beiden weiteren Lieferantenaufgaben stecken die Versorger EBLD Schweiz Strom und CB Energie. Im Laufe des Jahres hatte bereits die Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie bekannt gegeben, keine Haushaltskunden mehr mit Strom zu beliefern. (Die ZfK berichtete.) Keiner der drei genannten Anbieter hatte einen Grundversorgungsstatus.
2022 noch neun Grundversorgeraufgaben
Im Vergleich zum Energiekrisenjahr 2022 sind die Lieferantenaufgaben gering. Ende 2022 gingen insgesamt neun Grundversorger aus dem Markt. Darunter befanden sich sechs Werke mit kommunalem Hintergrund. (am/aba)



