„Der Ansatz ist eigentlich trivial. Viele Stadtwerke machen das bereits so. Die, die es nicht haben, ermutige ich, dies mal zu prüfen", sagt der Konstanzer Stadtwerkechef Norbert Reuter.

„Der Ansatz ist eigentlich trivial. Viele Stadtwerke machen das bereits so. Die, die es nicht haben, ermutige ich, dies mal zu prüfen", sagt der Konstanzer Stadtwerkechef Norbert Reuter.

Bild: © Stadtwerke Konstanz

Der Umbau der Wärmeversorgung auf regenerative Energieträger wird auch bei den Stadtwerken Konstanz in den nächsten Jahren hohe Investitionen erfordern. Dies geht einher mit dem sukzessiven Ausstieg aus der Gasversorgung, die derzeit rund ein Drittel des Gesamtumsatzes umfasst. Um das zu kompensieren, müssen zusätzliche Geschäftsfelder aus- und aufgebaut werden, bei welchen man auf vorhandene Expertise und Strukturen aufbauen kann. Zwei solcher Geschäftsmodelle aus den Bereichen Telekommunikation und Vertrieb hat Stadtwerkechef Norbert Reuter in der aktuellen Ausgabe der ZfK skizziert, die am Montag (6. Februar) erschienen ist.

Gestärkt werden soll die Ertragskraft der Stadtwerke aber auch durch die Übernahme des Städtischen Parkierung-Portfolios. Auf diese Weise kann eine wirtschaftliche Einrichtung der Stadt zur Gegenfinanzierung von defizitären Leistungen, wie beispielsweise dem ÖPNV verwendet werden.

Steuern sparen und die Mobilitätswende weiter voranbringen, sind denn auch das  Ziel bei der Integration des Städtischen Parkierung-Portfolios von Konstanz aus einem städtischen Betrieb gewerblicher Art in eine steuerliche Organschaft. „Wir können darüber integriert Dienstleistungen wie ÖPNV und Sharingsysteme anbieten und den Umweltverbund weiter stärken“, erklärt Reuter.

Abbau von Doppelstrukturen und Hebung von Synergien

Die Parkraumbewirtschaftung war bislang in unterschiedlichen Ämtern der Stadt angesiedelt, was einen hohen internen  Abstimmungsaufwand und Doppelstrukturen ergab. Ferner war der Gewinn aus dem Betrieb der Parkhäuser zu versteuern. Mit der jetzt vorgenommenen Integration der Parkierungseinrichtungen in die Stadtwerke sind alle Dienstleistungen hierzu im Unternehmen gebündelt. Die Defizitfinanzierung des ÖPNV aus den Parkierungserlösen ergibt wiederum eine insgesamt für die Stadt Konstanz geringere Steuerlast, wodurch mehr Geld zur Finanzierung von Leistungen der Daseinsvorsorge zur Verfügung steht.

 „Der Ansatz ist eigentlich trivial. Viele Stadtwerke machen das bereits so. Die, die es nicht haben, ermutige ich dies mal zu prüfen", so Reuter. Auch könnten jetzt einheitliche und auch digitale Tarife angeboten werden, die alle Mobilitätsbereiche abbildeten und damit Kombiprodukte aus Parken, ÖPNV und gegebenenfalls  Fahrradmietsystem umfassen.  „Insgesamt konnten durch die Ansiedlung der Parkierungseinrichtungen bei den Stadtwerken Doppelstrukturen bei der Stadt abgebaut und inhaltliche und wirtschaftliche Synergien gehoben werden“, sagt Reuter. (hoe)

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