Maria Creeten, Geschäftsführerin der Stadtwerke Düren, bei ihrer Kurz-Präsentation beim VKU-Stadtwerkekongress im Herbst 2025 in Mainz.

Maria Creeten, Geschäftsführerin der Stadtwerke Düren, bei ihrer Kurz-Präsentation beim VKU-Stadtwerkekongress im Herbst 2025 in Mainz.

Bild: © Tim Goger/VKU

Erfolgreiche oder weniger erfolgreiche Geschäftsmodelle kurz und kompakt auf den Punkt gebracht – das ist die Idee hinter dem Format "Von Tankern und Beibooten". Damit haben die Organisatoren des VKU-Stadtwerkekongresses einen Nerv in der Branche getroffen. Die seit einigen Jahren angebotene Veranstaltung hat sich zu einem der mittlerweile erfolgreichsten Formate des großen kommunalwirtschaftlichen Netzwerktreffens entwickelt.

Sie folgt thematisch passend direkt auf die Verleihung der Stadtwerke-Awards, bei der innovative Leuchtturmprojekte aus der Branche gekürt werden. Laut Programm wird in diesem Jahr am 17. September in Berlin unter anderem Sebastian Jurczyk, Geschäftsführer der Stadtwerke Münster, in prägnanter Form einige Geschäftsideen präsentieren, die gut funktioniert haben, aber auch solche die man mangels Erfolg wieder eingestellt hat.

Trends erkennen, 
Netzwerk stärken

Die Margen im Commodity-Vertrieb sind unter Druck, das Gasgeschäft endlich, die Energiewende verändert die Branche von Grund auf; die gesamte Stadtwerkewelt steht vor großen Investitionen und ist auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern, die wegbrechendes Geschäft aus der alten Energiewelt mittel- bis langfristig kompensieren oder den Ertragskuchen zumindest diversifizieren helfen. Hierfür den Verantwortlichen eine Art Trendradar in kompakter Form an die Hand zu geben und den Vergleich und den Austausch untereinander zu fördern, das ist das eigentliche Ziel dieses Formats.

Es war unglaublich. Mit so vielen und so tollen Reaktionen habe ich niemals gerechnet.
Maria Creeten, Geschäftsführerin der Stadtwerke Düren

Dass dies gut funktioniert, bestätigen die beiden letztjährigen Referenten Maria Creeten, Geschäftsführerin der Stadtwerke Düren und Daniel Töpfer, Geschäftsführer der Stadtwerke Soltau. »Es war unglaublich. Mit so vielen und so tollen Reaktionen habe ich niemals gerechnet«, schreibt Creeten auf Anfrage. Im Anschluss hätten sich einige neue Kontakte ergeben. Bisher sei sie eher selten auf Personen zugegangen im Nachgang an Vorträge, das werde sie nach den guten Erfahrungen beim VKU-Stadtwerkekongress 2025 in Mainz nun ändern.

Daniel Töpfer ist Geschäftsführer der Stadtwerke Soltau in Niedersachsen.Bild: © SW Soltau

Kurz und knackig auf den Punkt, zielgruppengerecht – das schafft einen echten Mehrwert.

Daniel Töpfer

Geschäftsführer der Stadtwerke Soltau

Ähnlich ist der Tenor von Daniel Töpfer. Schon direkt vor Ort, im Anschluss an den Vortrag, seien ihm von einigen Kolleginnen und Kollegen Nach- und Vertiefungsfragen gestellt worden, zudem habe er im Nachgang viel positives Feedback erhalten. "Dadurch konnte ich auch neue Netzwerkkontakte knüpfen", verdeutlicht Töpfer.

Das Erfolgsgeheimnis dieses Formats liegt für ihn vor allem in der Kompaktheit und der Praxisnähe. "Kurz und knackig auf den Punkt, die wichtigsten Informationen zielgruppengerecht herüberbringen, das schafft für die Teilnehmenden und auch die Vortragenden einen echten Mehrwert. Unbedingt beibehalten und weiter ausbauen", so Töpfer.

Kalte Nahwärme als Erfolgsgeschichte

Als Geschäftsmodelle, die in Soltau funktionieren, hatte er unter anderem die Kalte Nahwärme erwähnt; Abstand genommen habe man hingegen vom Thema Geothermie. Das Kalte Nahwärmenetz befinde sich mittlerweile im Bau, die Erschließung des ersten Abschnittes eines Neubaugebietes mit rund 250 Wohneinheiten sei in vollem Gange. Gegen Ende des Jahres würden die ersten Ein- und Mehrfamlienhäuser errichtet und ans Netz angeschlossen.

"Wir scheinen den richtigen Riecher gehabt zu haben", sagt Töpfer. Da die Nachfrage deutlich höher war als die Zahl der angebotenen Grundstücke, habe die Stadt bereits mit den Planungen für eine Gebietserweiterung begonnen. Ansätze für neue weitere Geschäftsmodelle sehe er einige, erklärt der Geschäftsführer aus Soltau. Hier sei man in einem ständigen Austausch mit der Branche und externen Partnern. "Die Frage hier ist immer, was schaffen wir im Kontext unserer Größe und Leistungsfähigkeit selber und wo bedarf es Kooperationen mit anderen Stadtwerken oder Partnern außerhalb der Branche."

Lean-Management steigert Zufriedenheit der Mitarbeitenden

Maria Creeten hatte 2025 beim VKU-Stadtwerkekongress in Mainz vor allem über Innovationen und Effizienzsteigerungen im Rahmen von Lean-Management berichtet, aber auch eine Lanze für die Potenziale des Smart-Meter-Rollouts gebrochen und die damit verbundenen Geschäftschancen hervorgehoben.

"Wir haben in den vergangenen Jahren viele Prozesse im Unternehmen mithilfe der Lean-Methoden hinterfragt und optimiert", berichtet sie. Dadurch habe man bei den Mitarbeitenden mehr Freiräume für mehr Wertschöpfung geschaffen und die Zufriedenheit im Unternehmen steigern können. Beim Smart-Meter-Rollout zähle die Tochtergesellschaft Leitungspartner mit einer Rolloutquote von 28 Prozent zu den Top 100 in Deutschland.  

Neue Chancen durch Künstliche Intelligenz

Potenziale für weitere Optimierungen und neue Geschäftsmodelle sieht sie künftig unter anderem beim Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und den Möglichkeiten, die sich dadurch etwa im konkreten Austausch und Kontakt mit Kunden ergeben. "Hier ist schon viel möglich. Die Chancen müssen dann aber auch gesehen und umgesetzt werden, beispielsweise im Kundenservice

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