Einige Systeme der GSW Gemeinschaftsstadtwerke sind seit dem Cyberangriff noch nicht im Einsatz.

Einige Systeme der GSW Gemeinschaftsstadtwerke sind seit dem Cyberangriff noch nicht im Einsatz.

Bild: © Eisenhans/AdobeStock

Die GSW Gemeinschaftsstadtwerke Kamen, Bönen, Bergkamen aus Nordrhein-Westfalen sind zum Ziel eines Cyberangriffs geworden. Seit dem Bekanntwerden des Angriffs am Sonntagabend haben die Versorger als Vorsichtsmaßnahme alle internen Systeme und Applikationen vom Netz genommen, hieß es in einer Mitteilung.

Landeskriminalamt eingeschaltet

Betroffen sind nach Angaben der Stadtwerke insbesondere interne Netzwerke sowie das Kundenportal (Online-Kundencenter und App); auch Telefon- und E-Mail-Erreichbarkeit sind aktuell gestört. Die Versorgungssicherheit sei jedoch nicht beeinträchtigt, der Störungsdienst bleibe rund um die Uhr erreichbar. Nach Bekanntwerden des Angriffs am Sonntagabend, 28. Juni, wurde ein Krisenstab einberufen, zudem wurden Landeskriminalamt und zuständige Behörden informiert und in die Aufklärung eingebunden.

Zahlreiche Einschränkungen

Im Laufe der Lageentwicklung konkretisieren sich vor allem die Auswirkungen für Kundinnen und Kunden: Wie die GSW am Dienstag, 30. Juni, mitteilten, können die regulären Abschläge zum 1. Juli 2026 nicht wie gewohnt per Lastschrift eingezogen werden. Kundinnen und Kunden können stattdessen unter Angabe von Namen, Kundennummer und Rechnungseinheit überweisen; die notwendigen Daten und die Bankverbindung finden sich in der letzten Abrechnung oder der Vertragsbestätigung.

Nicht überwiesene Abschläge würden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, sobald Einzüge wieder möglich sind; außerdem könnten Abschlagszahlungen für EEG-Kunden derzeit nicht ausgezahlt werden.

Weitere Einschränkungen betreffen den digitalen Service und Teile des Tagesbetriebs: Kunden- und Netzportal sind nicht erreichbar, ebenso sind die Self-Services in der App "Meine GSW" nicht verfügbar. Die Kundencenter sind zwar zu den gewohnten Zeiten geöffnet, Anliegen würden dort derzeit allerdings nur aufgenommen und später bearbeitet; wegen der vom Netz getrennten Systeme sei die Bearbeitung aktuell eingeschränkt.

In den Bädern ist nach Angaben der Stadtwerke zudem keine bargeldlose Zahlung möglich, auch in der Gastronomie. Im Häupenbad und Sesekebad werde zudem eine reduzierte Speisekarte angeboten. GSW-Geschäftsführer Alexander Loipfinger erklärte, man arbeite mit externen IT-Sicherheitsexperten und dem LKA daran, den Vorfall schnellstmöglich aufzuklären; zu Details, welche Bereiche betroffen sind, könne man derzeit noch keine Auskunft geben.

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