Könnte die Gasversorgung Süddeutschland (GVS) schon bald mit der Erdgas Südwest (ESW) fusionieren? Wie die ZfK erfuhr, scheinen derlei Überlegungen tatsächlich nicht ganz abwegig.
"Der Energiemarkt befindet sich in einer tiefgreifenden Veränderungsphase", antwortet die GVS auf Anfrage unserer Redaktion. "Zugleich rückt das Klimaneutralität immer mehr in den Mittelpunkt." Hierfür müsse man sich mit geeigneten Produkten und Dienstleistungen für seine Kunden im Gasvertriebsgeschäft frühzeitig ausrichten.
"Sehr frühes Projektstadium"
"Vor diesem Hintergrund schauen wir uns die komplementären und sich ergänzenden Geschäftsaktivitäten von GVS und ESW an", heißt es weiter. "Das Ganze ist ausgerichtet an dem Ziel, die Kunden noch besser auf ihrem Weg zur Klimaneutralität mit Produkten und Dienstleistungen zu begleiten."
Aktuell befinde man sich in einem "sehr frühen Projektstadium, schreibt die GVS. "Die Überlegungen zu einer künftigen strategischen und vertrieblichen Neuausrichtung werden derzeit weiter ausgearbeitet und mit Blick auf potentielle Synergien und Effizienzen ergebnisoffen geprüft und bewertet."
Zwei EnBW-Töchter
Sowohl die GVS als auch Erdgas Südwest sind Töchter des Energiekonzerns EnBW. Die GVS, die seit 1961 besteht, gehört den Karlsruhern zu 100 Prozent.
An der 2004 gegründeten Erdgas Südwest hält EnBW 79 Prozent der Anteile. Die restlichen Anteile entfallen auf die OEW-Energie-Beteiligungs GmbH. Die OEW hält wiederum 46,75 Prozent an der EnBW.
Erdgas Südwest: 50.000 Kunden
Die GVS liefert traditionell Gas und in geringeren Mengen auch Strom an Stadtwerke, regionale Energieversorger und Industrieunternehmen. Sie bietet zudem ein Spektrum an energienahen Dienstleistungen wie Portfolio- und Bilanzkreismanagement. Einen Schwerpunkt bilden Onlinegeschäfte über die digitale Plattform E-Point.
Erdgas Südwest versteht sich als klassischer Energieversorger mit Schwerpunkt in Baden-Württemberg. Nach eigenen Angaben versorgte das Unternehmen noch 2020 knapp 6000 Industrie- und Gewerbekunden sowie 46.500 Haushaltskunden mit Gas, Strom und Wärme, wie aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervorgeht.
Netztochter mit 101 Konzessionen
In den Gebieten Oberschwaben, Schwäbische Alb, westlicher Bodensee und Nordbaden hielt die Tochter Netzegesellschaft Südwest zum 31. Dezember 2020 zudem 101 Konzessionen.
Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete Erdgas Südwest einen Jahresüberschuss von 2,2 Mio. Euro. Die GVS dagegen machte im selben Jahr einen Verlust von 2,7 Mio. Euro (Jahresergebnis). (aba)



