Vattenfall-Chefin Anna Borg sagte am Donnerstag: "Der Wertverlust von Kohlekraft ist eine natürliche Entwicklung, aber er hatte einen stark negativen Einfluss auf Vattenfalls Finanzergebnisse 2020."

Vattenfall-Chefin Anna Borg sagte am Donnerstag: "Der Wertverlust von Kohlekraft ist eine natürliche Entwicklung, aber er hatte einen stark negativen Einfluss auf Vattenfalls Finanzergebnisse 2020."

Bild: © Vattenfall

Vor allem wegen Wertminderungen des Hamburger Kohlekraftwerks Moorburg hat der schwedische Vattenfall-Konzern 2020 einen geringeren Gewinn eingestrichen. Unter dem Strich stand bei dem Energieversorger für das abgelaufene Corona-Jahr ein Gewinn von rund 7,7 Milliarden Kronen (763 Millionen Euro) zu Buche, was beinahe einer Halbierung der 14,9 Milliarden Kronen des Vorjahres entsprach.

Hauptgrund dafür waren die größeren Wertminderungen des erst 2015 in Betrieb gegangenen und im Dezember abgeschalteten Steinkohlekraftwerks Moorburg, wie die neue Vattenfall-Chefin Anna Borg am Donnerstag sagte. "Der Wertverlust von Kohlekraft ist eine natürliche Entwicklung, aber er hatte einen stark negativen Einfluss auf Vattenfalls Finanzergebnisse 2020."

Strompreise auf einem historischen Tief

Das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis blieb dagegen stabil bei über 25 Mrd. Kronen (2,5 Mrd. Euro). Der Nettoumsatz sank um fünf Prozent auf 158,8 Mrd. Kronen (15,7 Mrd. Euro). Der Verwaltungsrat schlug die Auszahlung einer Dividende in Höhe von vier Milliarden Kronen an den Eigentümer des Mutterkonzerns - den schwedischen Staat - vor.

2020 sei ein extremes und ungewöhnliches Jahr gewesen - und zwar aus mehreren weiteren Gründen als der Coronavirus-Pandemie, erklärte Borg. Auf dem schwedischen Heimatmarkt seien die Strompreise wegen milden Wetters und hoher Niederschlagsmengen auf ein historisches Tief gefallen, zudem habe es teils riesige Preisunterschiede in den verschiedenen Regionen Schwedens gegeben.

Pandemie wirkt sich begrenzt aus

Die Folgen der Pandemie für das Vattenfall-Geschäft hätten sich dagegen in Grenzen gehalten, sagte Borg. Der Ausblick 2021 sei dennoch mit Ungewissheiten verbunden. "Wir haben natürlich dieselbe Unsicherheit wie alle anderen, wenn es um Corona geht. Wir wissen nicht wirklich, wie lange die Lockdowns und was die mittel- bis langfristigen Auswirkungen sein werden." Bislang habe man es aber hinbekommen, die Geschäfte ebenso am Laufen zu halten wie die Projekte, die Vattenfall verfolge. So werde es auch 2021 weitergehen.

Vattenfall sieht sich insgesamt weiter auf dem richtigen Kurs. Am Ziel, innerhalb von einer Generation ein Leben ohne fossile Brennträger zu ermöglichen, halte man weiter fest, sagte die vorherige Finanzvorständin Borg, die Anfang November den bisherigen Vattenfall-Chef Magnus Hall an der Konzernspitze abgelöst hatte.

Das umstrittene Kraftwerk Moorburg war erst 2015 in Betrieb gegangen. Die Bundesnetzagentur hatte vor rund zwei Monaten entschieden, welche Steinkohlekraftwerke bis Mitte 2021 stillgelegt werden sollen. Die Betreiber bekommen Entschädigungen, darunter auch Vattenfall, das einen Zuschlag für die beiden 800-Megawatt-Blöcke in Moorburg erhalten hatte. (dpa/gun)

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