Kirsten Fust, Umweltsenatorin Katharina Fegebank, Christiane Preuß und Michael Prinz stellen gemeinsam den Geschäftsbericht 2025 vor (v.l.).

Kirsten Fust, Umweltsenatorin Katharina Fegebank, Christiane Preuß und Michael Prinz stellen gemeinsam den Geschäftsbericht 2025 vor (v.l.).

Bild: © Hamburger Energiewerke

Hamburg hat die Segel für die Klimaneutralität in 2040 gehisst und muss nun noch schneller in die Energietransformation investieren, allerdings fiel das aktuelle Geschäftsjahr bei den Hamburger Energiewerken (HEnW) deutlich weniger gut aus als in den Vorjahren. Auch seine Gewinne muss das kommunale Unternehmen ausschütten.

Die HEnW haben 2025 mit einem Ergebnis von 19,3 Millionen Euro abgeschlossen, teilten die Hanseaten auf ihrer Bilanzpressekonferenz mit. Im Vorjahr hatten die HEnW noch ein Ergebnis von 48,9 Millionen Euro erzielt. Der im Verhältnis zu den Vorjahren niedrigere Gewinn begründe sich mit höheren Zinsaufwendungen und Abschreibungen aufgrund der Investitionstätigkeiten sowie rückläufigen Marktpreisen, hieß es.

Der Gewinn soll vollständig an die Hamburgische Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement ausgeschüttet werden und so dem Haushalt der Freien und Hansestadt Hamburg zur Verfügung stehen.

Herausforderung Energiewende: Zunächst keine Thesaurierung

Im vergangenen Jahr stimmten die Hamburger in einem Volksentscheid für das Vorziehen der Klimaziele: Die Stadt soll 2040 klimaneutral sein. Laut einem Gutachten vom Hamburg Institut und Öko-Institut im Auftrag der Stadt müssen nun bis 2040 alle Öl- und Gasheizungen in Wohn- und Geschäftsgebäuden ersetzt werden. Auch das Gasnetz muss demnach bis 2040 stillgelegt werden.

In dem Gutachten hieß es zudem: Um die Eigenkapitalquote der Unternehmen zu stärken, die sich im Besitz der Stadt befinden, wäre es anzuraten, die Gewinne aus dem Geschäftsbetrieb vorrangig für diese Investitionen einzusetzen und die Zuflüsse in den städtischen Haushalt entsprechend zu mindern.

Hamburg hat sich wohl vorerst dagegen entschieden. Die Energiewerke erklärten auf Anfrage der ZFK, wie sie sich finanzieren: Die Finanzierung der anstehenden Investitionen erfolge über einen Mix aus Fremdkapital und Fördermitteln. Zur Finanzierung der Wärmewende hätten die Hamburger Energiewerke bereits in den vergangenen Jahren umfangreiche Fremdmittel aufgenommen. "So konnten wir 2023 Darlehensverträge in Höhe von circa 650 Millionen Euro abschließen und 2024 zusätzlich 400 Millionen Euro über grüne Finanzierungsinstrumente am Kapitalmarkt und in 2025 Finanzierungen über die Finanzserviceagentur der Freien und Hansestadt Hamburg in Höhe von 300 Millionen Euro einwerben", erklärte ein Sprecher. Die Finanzserviceagentur gehört der Stadt und vergibt Kredite an die Beteiligungen. Weiterhin erklärte der Sprecher: "Die Ausschüttung des Jahresüberschusses steht, gerade aufgrund der Gesellschafterstruktur, nicht im Widerspruch zu den Investitionen in die Wärme- und Energiewende."

Hamburg hofft auf Regulierung

In Hamburg lassen wir uns vom Bund nicht von unserem Ziel der Wärme- und Energiewende abbringen.

Katharina Fegebank

 "Die Hamburger Energiewerke und die Stadt Hamburg halten Kurs in energiepolitisch stürmischen Zeiten", erklärte Grünenpolitikerin Katharina Fegebank. Sie ist Aufsichtsratsvorsitzende der Hamburger Energiewerke und Senatorin für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft. "In Hamburg lassen wir uns vom Bund nicht von unserem Ziel der Wärme- und Energiewende abbringen." Aufgrund des Rückkaufes der Wärmeversorgung und der Energienetze habe Hamburg zentrale Energieinfrastrukturen in öffentlicher Verantwortung. So könne man die Transformation der Wärmeversorgung in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten gemeinsam aktiv gestalten.

Die Energiewerke sollen bis spätestens 2030 aus der Kohle ausgestiegen sein. "Die Energiewende braucht entschlossene Investitionen: Bis 2030 wollen wir rund 1,87 Milliarden Euro in unser Fernwärmesystem und gut 700 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren", erklärte Christiane Preuß, Geschäftsführerin der Hamburger Energiewerke. "Dafür brauchen wir vor allem auf Bundesebene Planungssicherheit bei Förderprogrammen und dem regulatorischen Rahmen." Seit 2022 haben die Hamburger Energiewerke rund 1,5 Milliarden Euro in die Wärmewende Hamburgs investiert. Rund ein Drittel der Hamburger Wärme im Stadtnetz stammt mittlerweile aus klimaneutralen Quellen.

Über 500 Anfragen für Wärmepumpen

Für Privathaushalte haben die Hamburger Energiewerke immer mehr EDL-Angebote im Portfolio: In Zusammenarbeit mit regionalen Handwerkspartnern installieren sie seit vergangenem Sommer PV-Anlagen und zu Beginn der Heizperiode startete auch das Angebot für Wärmepumpen. Seitdem hätten die HEnW rund 250 Anfragen für PV-Anlagen und über 500 Anfragen für Wärmepumpen verzeichnet, berichtete das Unternehmen. Mittlerweile ist das Angebot auch um Wallboxen erweitert.

Auch den Ausbau der erneuerbaren Energien haben die HEnW in 2025 vorangebracht: Im Frühjahr hat der städtische Energieversorger Mehrheitsanteile an zwei Freiflächen-Solarparks mit Batteriespeicher nahe Schwerin übernommen, zudem ging der eigene Solarpark Northeim ans Netz. Die drei Anlagen haben seitdem in 2025 rund 45.000 Megawattstunden Ökostrom erzeugt.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper