Auch kleine Innovationen können den Klimaschutz voranbringen. Etwa bei der Leitungsverlegung der Stadtwerke München (SWM) im neu entstehenden Werksviertel am Ostbahnhof: Hier spart ein unterirdisch verlegter Kabelschacht Kohlendioxid ein. Er besteht aus WPC – also Wood Polymer Composites, einem Verbundwerkstoff, der neben Kunststoff aus 45 Prozent aus Holzfaser besteht. Das Material wird dabei erstmals für strukturgeschäumte Bauteile in dieser Größe verwendet.
Für das Material werden wesentlich weniger fossile Rohstoffe benötigt, wodurch der CO2-Fußabdruck schrumpft, betont der Münchner Versorger. Zum Vergleich: 60 WPC-Schächte vermeiden im Vergleich zu konventionellen Polypropylen-Schächten so viel Kohlendioxid, wie ein Auto bei der Fahrt einmal um den Globus ausstößt. Man gehöre beim Einsatz des WPC-Kabelschachts zu den Vorreitern, so die Münchner Stadtwerke. Die Unternehmenstochter SWM Infrastruktur verbaut die Kabelschächte für Münchens Netze, unter anderem für den Glasfaserausbau. In den vergangenen 20 Jahren waren dies rund 3500 – jedes Jahr kommen bis zu 500 neue dazu.
Umweltfreundlich und langlebig
Das WPC-Schachtelement ist laut den Münchnern mit den bisherigen Bauteilen kompatibel. Jörg Ochs, Geschäftsführer der SWM Infrastruktur: „Wenn sich der Piloteinsatz bewährt und die Schächte unseren Anforderungen genügen, steht einem breiten Einsatz technisch nichts im Weg.“ Dazu müssen die Elemente hohe Ansprüche hinsichtlich Festigkeit, Langlebigkeit und Sicherheit erfüllen. So müsse der Kabelschacht im Erdreich unter wechselfeuchten Bedingungen und Gewichtsbelastung jahrzehntelang bestehen.
Hersteller des WPC-Kabelschachts ist die Langmatz GmbH mit Sitz in Garmisch-Partenkirchen und Oberau. In einem Forschungsprojekt zusammen mit dem Süddeutschen Kunststoff-Zentrum hat die Firma den WPC-basierten Werkstoff „ecopolytec“ entwickelt. Das Projekt wurde durch die Bayerische Forschungsstiftung gefördert.
