Die Stadtwerke Krefeld wollen im Energievertrieb noch weiter wachsen. (Symbolbild)

Die Stadtwerke Krefeld wollen im Energievertrieb noch weiter wachsen. (Symbolbild)

Bild: © Zalaris

Die SWK AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 einen Konzernumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro erzielt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte von 97 auf 108 Millionen Euro zu. Der Konzernjahresüberschuss ging erwartungsgemäß von 49 auf knapp 30 Millionen Euro zurück – unter anderem wegen geringerer Finanz- und Beteiligungserträge sowie höherer Steuerzahlungen, teilte das Unternehmen mit.

33 Millionen Euro für die Stadt

Insgesamt blicken die Stadtwerke auf ein belastbares Ergebnis unter "schwierigen Rahmenbedingungen", hieß es aus Krefeld. In die Krefelder Stadtkasse, Krefeld ist alleinige Eigentümerin der Stadtwerke, flossen rund 33 Millionen Euro, zusammensetzt aus Netto-Dividende (18,75 Millionen Euro) und Konzessionsabgabe (14,3 Millionen Euro).

Der SWK-Vorstand hat das wirtschaftliche Umfeld 2025 sowie auch 2026 als zunehmend schwer planbar beschrieben: Der Ukrainekrieg wirke weiter auf Märkte und Preise, seit 2026 verstärkt der Nahostkonflikt die Volatilität. Gleichzeitig kritisierte die SWK fehlende langfristige politische Leitplanken – von Energiegesetzgebung bis Regulierung.

Daseinsvorsorge als Dauerübung

Für kommunale Versorger und Entsorger werde damit die klassische Aufgabe, Daseinsvorsorge zuverlässig zu organisieren, zur Dauerübung in Risikomanagement: Beschaffungsstrategien, Preisanpassungen, Investitionsprioritäten und Personalplanung müssen laufend nachjustiert werden.

Im Geschäftsfeld Energie & Wasser sank der Umsatz um 6,7 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro was die SWK vor allem mit rückläufigen Handelsaktivitäten bei Strom und Gas begründet. Gleichzeitig konnten Margen stabil gehalten werden – gestützt durch Kundenzuwächse, Portfolioübernahmen und eine überarbeitete Fernwärme-Preisanpassungsformel. Der Netzausbau wird zur strategischen Schlüsselfrage: Elektrifizierung, Wärmewende und E-Mobilität erhöhen die Anforderungen an Infrastruktur und Datenbasis.

Lekker mit Ergebnissteigerung

Für den Vertrieb und die Absatzseite liefert die bundesweite SWK-Tochter Lekker Energie ein aufschlussreiches Bild: In einem "preisgetriebenen Wettbewerbsumfeld" erhöhte Lekker 2025 demnach das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 2,3 Millionen Euro auf 16,7 Millionen Euro (2024: 14,4 Millionen Euro).

Die Kundenzahl blieb nahezu stabil bei 384.000 (2024: 387.000). Der Brutto-Umsatz sank auf 434,5 Millionen Euro (2024: 480,7 Millionen Euro). Beim Stromabsatz ging es von 838 Gigawattstunden (GWh) auf 761 GWh zurück, während der Gasabsatz mit 1146 GWh nahezu auf Vorjahresniveau lag (2024: 1167 GWh). Geschäftsführer verweisen auf wieder normalisierte Beschaffungspreise, höhere Vertriebsleistung, weniger Tarifanpassungen sowie stärkere Kundenbindung.

Hohe Investitionen

Mit 153,7 Millionen Euro Investitionen setzt der Konzern nach eigenen Angaben weiter auf Infrastruktur, Effizienz und Transformation. Für 2026 erwartet die SWK steigende Personal- und IT-Kosten, während die geopolitische Lage Preisrisiken hochhält. Parallel verschiebe sich die Wachstumslogik: Neben Commodity-Vertrieb entstehen neue Erlöspfade – etwa über dezentrale Energielösungen, hieß es aus Krefeld.

Die Vertriebsmarke Lekker hat 2025 den Einstieg in Wärmepumpen begonnen und 2026 um PV-Anlagen sowie ein Balkonkraftwerk-Bundle erweitert. Noch sei das die frühe Phase: Strukturen, Partnernetz und Serviceprozesse müssten tragfähig skalieren. Entscheidend werde dabei sein, ob Politik und Regulierung verlässlichere Leitplanken liefern – damit kommunale Konzerne wie die SWK ihre Rolle als Stabilitätsanker auch in der nächsten Krisenrunde ausfüllen können.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper