Die aktuelle wirtschaftliche Lage belaste das Vertriebsgeschäft, sagt Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova.

Die aktuelle wirtschaftliche Lage belaste das Vertriebsgeschäft, sagt Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova.

Bild: © Mainova

Von Pauline Faust

Die Mainova legt trotz eines hohen Gewinns im Geschäftsjahr 2024 schwache Zahlen in einzelnen Segmenten vor. Laut dem Energiekonzern aus Frankfurt am Main sank das Ergebnis im Bereich Erzeugung und Fernwärme massiv um 44,2 Millionen Euro auf lediglich 4,6 Millionen.

Den inflationsbedingten Anstieg der allgemeinen Kosten haben die Wärmepreise nicht ausreichend decken können. Hinzu kämen die hohen Preisveränderungen an den Energiemärkten sowie technische Restriktionen der Kraftwerke und damit verbundene Anlagenausfälle.

"Eine schwache allgemeine Wirtschaftslage, sowie witterungsbedingte Verbrauchsrückgänge und hohe Preisveränderungen an den Energiemärkten belasten das Geschäft", sagt Michael Maxelon, Vorstandsvorsitzender der Mainova, anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag, 29. April. Darüber hinaus bleibe die Wettbewerbssituation in der Strom- und Gasversorgung weiter herausfordernd. "Zusätzlich belasten Forderungsausfälle infolge zunehmender Insolvenzen das Vertriebsgeschäft", erklärt der Vorstand.

Das Ergebnis der Stromversorgung sank um 8,4 Millionen Euro auf 30,9 Millionen. Das Ergebnis der Gasversorgung lag mit 5,8 Millionen Euro leicht über dem niedrigen Niveau des Vorjahres, dort führten die hohen Preisveränderungen in Verbindung mit einer milderen Witterung zu Ergebniseinbußen. Dem gegenüber entwickelte sich das Netzgeschäft positiv.

Der Verlust im Segment Erneuerbare Energien und Energiedienstleistungen betrug 3 Millionen Euro. Gesunkene Strompreise führten zu niedrigeren Ergebnissen des Biomassekraftwerks Fechenheim und der Windkraftanlagen. Darüber hinaus belastete die bilanzielle Wertminderung einer Erzeugungsanlage aufgrund geringerer erwarteter Stromerlöse das Ergebnis. Positiv entwickelte sich dagegen das Contracting-Geschäft.

Trotz dieser Entwicklung konnte die Mainova ihr EBT auf 216,4 Millionen Euro steigen. Das sind 68,2 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. "Im Geschäftsjahr 2024 hat sich das Segment Beteiligungen erfreulich entwickelt und einen wesentlichen Beitrag zum hohen Ergebnis geleistet", erklärt Maxelon. Darüber hinaus habe der Anteilsverkauf an des Rechenzentrenunternehmens "MainovaWebHouse" im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit dem Investor Blackrock maßgeblich zum Ergebnis beigetrafen.

Für 2025 erwartet der Vorstand ein deutlich unter dem Niveau des Jahres 2024 liegendes bereinigtes EBT.

Kapitalerhöhung für künftige Herausforderungen

Die Investitionen erhöhte der regionale Energieversorger auf 510,9 Millionen Euro. Zur Finanzierung künftiger Investitionen hat Mainova 2024 eine Kapitalerhöhung in Höhe von rund 400 Millionen Euro umgesetzt. "Unsere gestärkte Kapitalbasis ermöglicht es uns, die mit dem Aus- und Umbau des Energiesystems verbundenen Aufgaben gut zu bewältigen", führt Maxelon aus.

Für 2025 plant Mainova Investitionen von über 600 Millionen Euro, in den kommenden fünf Jahren bis 2029 insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro.

Das Geld soll schwerpunktmäßig in eines der größten Stromnetzausbauprojekte Deutschlands sowie den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme in Frankfur fließen. Die Mainova treibe zudem den frühzeitigen Ausstieg aus der Kohle voran und rüstet ihr Heizkraftwerk West bis zur übernächsten Heizperiode zu einem wasserstofffähigen Gaskraftwerk um. Hinzu komme der Neubau des Gemeinschaftskraftwerks für die Fernwärmeversorgung in Hanau, die bisher durch das Kohlekraftwerk Staudinger erfolgte

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