Dank eines Ergebnissprungs im Segment Erzeugung und Fernwärme hat der Mainova-Konzern im ersten Halbjahr ein Ergebnis in Höhe von 68,6 Mio. Euro (1. Halbjahr 2019: 70,5 Mio. Euro) erzielt. Die Umsatzerlöse gingen auf 1,09 Mrd. Euro (1. Halbjahr 2019: 1,17 Mrd. Euro) zurück. Dass das Unternehmen das Ergebnis des Vorjahres nahezu halten konnte, hängt vor allem mit einem nicht operativen Bewertungseffekt bei einer Beteiligung zusammen.
Teil der Rückstellungen auf Irsching 5 aufgelöst?
Offiziell und auch auf Nachfrage wollte sich das Unternehmen nicht dazu äußern, konkret dürften sich hier aber die deutlich verbesserten Ertragsperspektiven für das Gemeinschafts-Gaskraftwerk Irsching 5 niedergeschlagen haben. Auf diese Beteiligung hatte die Mainova in der Vergangenheit massive Rückstellungen gebildet. Die anhaltend tiefen Gaspreise erlauben mittlerweile wieder einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlage. Laut einer Pressemitteilung von Ende Mai soll diese ab Oktober diesen Jahres wieder an den Markt zurückkehren.
Rückläufige Absatzmengen
"Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise hat der Mainova-Konzern ein zufriedenstellendes Geschäftsergebnis erwirtschaftet", bilanzierte der Mainova-Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer. Spuren hinterlassen hat die Coronakrise insbesondere in der Strom- und Gasversorgung, hier waren die Absatzmengen rückläufig. Bei der Gasversorgung wurde dies noch durch die warme Witterung verstärkt, heißt es in der Pressemitteilung.
Positive Handelsgeschäfte
Diese Effekte wurden aber durch positive Handelsgeschäfte in beiden Segmenten mehr als kompensiert. In der Folge lagen sowohl die Ergebnisse in der Stromversorgung mit 3,0 Mio. Euro (1. Halbjahr 2019: 2,1 Mio. Euro) und der Gasversorgung mit 34,5 Mio. Euro (Vorjahresperiode: 34,1 Mio. Euro) über den Vorjahreswerten. Leicht zulegen konnten auch die erneuerbaren Energien und Energiedienstleistungen mit 6,3 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 5,8 Mio. Euro).
Rückläufiges Beteiligungsergebnis
Gestiegene Bezugskosten sowie geringere Absatzmengen führten hingegen in der Wasserversorgung zu einem Halbjahresverlust von - 0,9 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 1,1 Mio. Euro). Nachteilig wirkte sich die Coronapandemie im Segment Beteiligungen aus, hier sank das Ergebnis von 29,8 Mio. im ersten Halbjahr 2019 auf nunmehr 22,9 Mio. Euro. Im Gegensatz dazu konnte das Segment Erzeugung und Fernwärme das Ergebnis mehr als verdreifachen auf 16,5 Mio. Euro. Neben dem oben genannten Bewertungseffekt, entwickelten sich hier auch die Stromerlöse positiv.
Kraftwerk wird auf Einsatz von Wasserstoff vorbereitet
Constantin H. Alsheimer kündigte erneut an, die CO2-Emissionen des eigenen Erzeugungsparks weiter senken zu wollen. Ab Mitte des Jahrzehnts soll hierzu das Frankfurter Steinkohlekraftwerk auf Gas umgestellt werden, flankiert von der Wärmeerzeugung aus Biomasse und Abfall. Dabei soll das Kraftwerk auch auf den Einsatz von grünem Gas und Wasserstoff vorbereitet werden.
Alsheimer fordert Technolgieoffenheit bei Wasserstofftechnologien
"Wasserstofftechnologien sind das zentrale Bindeglied für die Sektorenkopplung und können die Dekarbonisierung vorantreiben", sagte der Mainova-Chef mit Blick auf die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung. Dabei sollte aber bei der Einbindung in das Energiesystem auch das Prinzip der Technologieoffenheit gelten. Hier müsse die Politik einen entsprechenden Regulierungsrahmen schaffen, um marktorientierte Anreize zu schaffen.
In der von der Bundesregierung beschlossenen Abschaffung des 52-Gigawatt-Deckels sieht er eine wichtige Weichenstellung, um den weiteren Ausbau von Photovoltaik-Anlagen sowie von PV-Mieterstrom- und anderen PV-Projekten voranzutreiben und den Anteil erneuerbarer Energien weiter zu erhöhen.
Höheres Jahresergebnis dank Gas-Union-Verkauf erwartet
Für das Gesamtjahr erwartet die Mainova im operativen Geschäft coronabedingt eine Ergebnisbelastung im oberen einstelligen Millionenbereich. Insgesamt kalkuliert der Vorstand aber mit einem bereinigten Jahresergebnis, das deutlich über dem des Vorjahres liegen wird. Der Grund: Im zweiten Halbjahr soll der Verkauf der Gas-Union an die Leipziger VNG abgeschlossen werden, an der Gas-Union hält die Mainova 34,27 Prozent der Anteile. (hoe)



