Bis voraussichtlich 2028 wollen die Stadtwerke München komplett aus der Steinkohleverstromung aussteigen. Als Ersatzlösung für den betroffenen Block im HKW Nord hat sich der Kommunalversorger mittlerweile auf den Bau eines neuen Gaskraftwerks festgelegt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ).
Das geht aus einer Konzeptstudie hervor, die die Stadtwerke am Dienstag im Wirtschaftsausschuss der Stadt vorgestellt haben. Das Brisante daran: Die neue Anlage soll auf dem Gelände des Heizkraftwerks Nord in der Gemeinde Unterföhring entstehen.
Widerstand in Unterföhring
Laut SZ hatte die Gemeinde aber erst im Oktober beschlossen, den Bau eines Gaskraftswerks nicht zu genehmigen. Grünes Licht für einen Bebauungsplan soll es nur geben, wenn ein neues Kraftwerk dort ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben wird.
Da die neue Anlage weniger Emissionen verursacht als der Kohleblock rechnen die Stadtwerke laut Artikel offenbar damit, keine Zustimmung der Gemeinde zu benötigen und verweisen auf das Bundesimmissionsschutzgesetz. Die SWM kalkulieren mit einer Bauzeit von mehreren Jahren, weitere zwei Jahre werden für mögliche Klagen eingerechnet.
Damit könnte die neue Anlage möglicherweise kaum vor dem angepeilten Stillegungsdatum des Kohleblocks im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Dieser wird momentan von der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft und spielt darüber hinaus nach wie vor eine zentrale Rolle für die Wärmeversorgung in München.
Mehrheit des Stadtrates steht hinter Konzept
Das neue Gaskraftwerk soll in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme erzeugen und sukzessive auf andere erneuerbare Energieträger umgestellt werden. Der überwiegende Teil des Stadtrates steht hinter dem Konzept, die ÖDP und die Linke sprachen sich dagegen aus. (hoe)



