Von Artjom Maksimenko
Die Leipziger Stadtwerke haben in Kooperation mit den Partnern Enercon und Eab New Energy das zweite der höchsten Windräder Mittelsachsens fertiggestellt: Die Anlagen in Königshain-Wiederau sind 246,6 Meter hoch und kommen auf je 5,56 Megawatt Leistung.
Auch im Münsterland schießen Windräder der neuen Generation in die Höhe. Nach der Inbetriebnahme von drei neuen Anlagen haben weitere sechs einen Genehmigungsbescheid erhalten. Sie sollen auf eine Leistung von je von 6,6 Megawatt kommen und 250 Meter hoch werden.
Logistische Herausforderung
Der Onshore-Windpark in Königshain-Wiederau mit über elf Megawatt Leistung kann nach Angaben der Leipziger Stadtwerke rechnerisch über 9.000 Haushalte mit grünem Strom versorgen. "Nun drehen sich auch die Rotorblätter der zweiten Anlage vor Ort. Damit ist der erste selbst projektierte Windpark der Leipziger Stadtwerke – in Kooperation mit sehr professionellen Partnern – verwirklicht", sagte Maik Piehler, Geschäftsführer der Leipziger Stadtwerke.
Weil jedes Windrad inklusive der Rotorblätter auf eine Höhe von 246,6 Meter kommt, war die Errichtung der Anlagen herausfordernd. Die jeweiligen Transporte der 24 Tonnen schweren und 78 Meter langen Rotorblätter seien spektakulär gewesen.
"Durch Verzögerungen bei Transportgenehmigungen und Zulieferern hat die Bauphase grade am Anfang ein klein wenig länger gedauert als geplant", so Alexander Nattke, Projektleiter der Eab. Nun setzen die drei Partner ihre Zusammenarbeit fort und wollen noch in diesem Jahr im mittelsächsischen Kleinschirma zwei weitere Windkraftanlagen gleicher Bauart ans Netz bringen.
Onshore-Projekte in Münster
Auch im Münsterland läuft der Erneuerbarenausbau auf Hochtouren. Die Stadtwerke Münster haben im Mai drei Windenergieanlagen in Südlohn-Eschlohn in Betrieb genommen. Nach sechs Jahren Planungs- und Bauzeit versorgen die Anlagen ab sofort rechnerisch mehr als 10.000 Haushalte jährlich mit sauberem und klimafreundlichem Windstrom.
Fester Bestandteil aller Projekte in Münster seien Bürgerbeteiligungen. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass faire Beteiligungsmodelle vieles möglich machen und Akzeptanz schaffen. Wer in direkter Nachbarschaft zu den Anlagen lebt, profitiert bei unseren Projekten besonders von den Erträgen", erklärt Maximilian Wolf, Abteilungsleiter Erneuerbare Energien bei den Stadtwerken Münster.
Nach den ersten drei Anlagen die nun am Netz sind haben weitere sechs Projekte einen positiven Bescheid aus dem immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren erhalten. Bei den Vorhaben handelt es sich um Windkraftanlagen im Kreis Warendorf. Dort sollen sechs Anlagen mit einer jeweiligen Leistung von 6,6 Megawatt und einer Gesamthöhe von 250 Metern entstehen. Vor kurzen seien weitere fünf Anlagen in Dülmen genehmigt worden. Auch in Lemgo befinde sich zudem eine Windenergieanlage im Bau.
Verdopplung des Windportfolios bis 2030
Aktuell betreiben die Stadtwerke Münster 25 Windenergieanlagen an verschiedenen Standorten von Borkum bis Münster-Wolbeck. "Wir halten Kurs bei unserem Vorhaben, bis 2030 doppelt so viele Anlagen am Netz zu haben wie noch zu Beginn des Jahrzehnts", resümierte Stadtwerke-Geschäftsführer Sebastian Jurczyk.



