Trotz Corona-Pandemie und volatiler Rahmenbedingungen hat der Mannheimer Energieversorger MVV im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 (1. Oktober 2021 – 31. Dezember 2021) das hohe Ergebnisniveau annähernd stabil halten können. Mit 92 Millionen Euro habe sich das Ergebnis (Adjusted EBIT) in etwa auf dem sehr guten Ergebnisniveau des Vorjahres bewegt, heißt es in einer Pressemitteilung.
Vor einem Jahr hatte das Unternehmen noch ein Adjusted Ebit von 98 Mio. Euro ausgewiesen, zu diesem hatten aber auch positive Sondereffekte beigetragen. Die bereinigten Umsatzerlöse lagen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 mit rund 1,3 Milliarden Euro um 31 Prozent über dem Vorjahr. Dies resultierte neben höheren Strommengen vor allem aus gestiegenen Großhandelspreisen für Strom und Gas.
"Das gute Ergebnis stammt nicht aus Preiserhöhungen im Kundenbereich"
„Wir sind weiter auf dem richtigen Weg“, bilanzierte Georg Müller, der Vorstandsvorsitzende von MVV Energie. Dank einer langfristigen Einkaufsstrategie könne man die Auswirkungen der Preisrallye an den Energie-Großhandelsmärkten für die Kunden abmildern.
Für die Bestandskunden habe man die Endkundenpreise im Strombereich zum 1. Januar 2022 konstant halten können und auch die Gaspreise nur leicht anheben müssen.
Bei den Neukunden in der Grund- und Ersatzversorgung habe man die notwendigen Preisanpassungen in Grenzen halten können, auch die Mannheimer haben einen separaten und deutlich höheren Neukundentarif eingeführt. „Das gute Ergebnis der MVV-Gruppe stammt nicht aus Preiserhöhungen im Kundenbereich“, unterstrich der MVV-Chef.
Gute Entwicklung im Umwelt- und Windbereich
Positiv auf das Ergebnis hätten sich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2022 die leicht kühlere Witterung, eine höhere Anlagenverfügbarkeit und die gute Entwicklung im Umwelt- sowie im Windbereich von MVV ausgewirkt. Demgegenüber belasteten eine geringere Anlagenverfügbarkeit im Kraftwerksbereich und das volatile Projektentwicklungsgeschäft das operative Ergebnis.
Auf Grundlage dieses guten Ergebnisses bestätigt MVV ihre Ergebnisprognose für das Gesamtjahr: Das Unternehmen erwartet aus operativer Sicht ein Adjusted EBIT, das nochmals moderat über dem bereits guten Niveau des Vorjahres liegen wird. MVV bekräftigt damit laut Pressemitteilung, dass der deutliche Ergebnisanstieg des Vorjahres kein Einmaleffekt sei und weiteres Potenzial bestehe.
"Gelungener Aufschlag der neuen Bundesregierung"
„Deutschland will – und muss – in Sachen Klimaschutz aufholen“, konstatierte Dr. Müller außerdem. Das zeige sich in der Koalitionsvereinbarung der neuen Bundesregierung und der Eröffnungsbilanz Klimaschutz als Sofortprogramm des Wirtschafts- und Klimaschutzministeriums. Die neuen regulatorischen Impulse sollten bereits Ende des Jahres 2022 in Kraft treten. Das sei auch notwendig, wenn die Strom- und die Wärmewende in der Realität mehr Fahrt aufnehmen soll.“
„Insgesamt ist die Kombination aus Koalitionsvertrag und Sofortprogramm ein gelungener Aufschlag der neuen Bundesregierung. Ihr Erfolg wird vor allem davon abhängen, dass es gelingt, das zentrale Projekt ‚Energiewende‘ trotz seiner weithin dezentralen Umsetzung koordiniert zu steuern und durch die Fachkräfteinitiative auch seine praktische Umsetzung zu gewährleisten“, so der MVV-Chef abschließend.
MVV investiert weiter kräftig in die Energiewende
In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2022 hat MVV weitere fast 90 Millionen Euro in Projekte rund um die Energiewende investiert. Ende Januar 2022 konnte das Energieunternehmen erneut eines seiner Großprojekte erfolgreich abschließen und die Abfallbehandlungsanlage im schottischen Dundee in Betrieb nehmen. (hoe)
