Der mehrheitlich kommunale Versorger MVV Energie AG hat das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2023 mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. So kletterten die bereinigten Umsatzerlöse um 21 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis ohne die Berücksichtigung von Veräußerungsgewinnen (Adjusted EBIT) zog um 58 Prozent auf 145 Mio. Euro an, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
Das Mannheimer Energieunternehmen bilanziert mit einem gebrochenen Geschäftsjahr (1. Oktober 2022 - 31. Oktober 2023), das erste Quartal endete somit Ende Dezember 2022. Die MVV Energie AG hatte im vergangenen Dezember den Verkauf seiner tschechischen Tochter MVV Energie CZ abgeschlossen, die Verkaufserlöse sind beim nun vorgelegten Quartalsergebnis nicht berücksichtigt.
MVV-Tochter Juwi ist gut im Geschäft
Angesichts des überaus positiven Starts wird das Management mit Blick auf die Jahresziele optimistischer. Zwar heißt es einerseits gewohnt konservativ, das bereinigte operative Ergebnis aus dem Vorjahr - 298 Mio. Euro – solle „mindestens“ erreicht werden. Doch gebe es auch Chancen, das Vorjahresergebnis zu übertreffen, „in Abhängigkeit von der gesamtwirtschaftlichen Lage, weiterer Entwicklungen in der Regulatorik sowie im Energiegroßhandelsgeschäft“, wie Konzernchef Georg Müller in einer Mitteilung zitiert wird.
Zum Gewinnschub trugen vor allem zwei Entwicklungen bei, wie eine Unternehmenssprecherin der ZfK bestätigte. So wurde beim Energiegroßhandel ein ungewöhnlich gutes Ergebnis erzielt. Das Trading-Resultat werde sich aber sicher so nicht wiederholen, erklärte die MVV-Sprecherin. Als weiterer Ergebnistreiber erwies sich das internationale Projektentwicklungsgeschäft der MVV-Tochter Juwi.
So errichtet Juwi derzeit mit dem Vorhaben Pike Solar im US-Bundesstaat Colorado auf einer Fläche von rund 530 Hektar einen Solarpark mit einer Leistung von über 223 Megawatt (MW). Ein weiterer 330-MW-Solarpark soll bis Ende 2025 im US-Bundesstaat Washington entstehen. Darüber hinaus wird derzeit ein Projekt in Japan realisiert.
Wärme- und Gasabsatz sinken spürbar
Abstriche beim Gewinn mussten die Mannheimer durch die Erlösabschöpfung für den Monat Dezember hinnehmen. Die Abschöpfung zur Finanzierung der Preisbremsen für Verbraucher und Industrie habe sich bei MVV in der Größenordnung eines „niedrigen zweistelligen Millionenbereiches“ ausgewirkt, wie die Sprecherin erläuterte.
Sowohl die milden Wintertemperaturen als auch Einsparmaßnahmen der Kunden hätten den Wärme- und Gasabsatz im ersten Quartal sinken lassen, teilte der Konzern weiter mit. Demnach ging im Mannheimer Netzgebiet der Gasverbrauch in dem Zeitraum witterungsbereinigt um 15 Prozent zurück. „Damit haben die eindringlichen Aufrufe des Bundes und der EU ebenso Wirkung gezeigt wie unsere Informationskampagne zum Energiesparen“, sagte Vorstandschef Müller. (hil)



