Mit einem speziell auf Elektroautos ausgerichten Parkhaus will der Nürnberger Regionalversorger N-Ergie einen weiteren Impuls für die Verkehrswede im Großraum Nürnberg geben. Das Parkhaus in Sandreuth soll über 335 Parkplätze verfügen, im Erstausbau sollen dort 150 Stellflächen mit einem Ladepunkt ausgestattet werden. Die technischen Vorarbeiten sollen so ausgestaltet werden, dass beim Hochlauf der E-Mobilität im Endausbau an allen Parkplätzen Ladepunkte installiert werden können. Diese sollen unter anderem mit Strom aus PV-Dachanlagen gespeist werden, die Inbetriebnahme ist im vierten Quartal 2020 geplant. Das kündigte N-Ergie-Chef Josef Hasler bei der Bilanzpressekonferenz am Montag an.
N-Ergie und Infrafürth hatten erst kürzlich eine Elektrifizierung und Digitalisierung von vier Parkhäusern angekündigt, dies wird mit Mitteln Bundesverkehrmsinisteriums gefördert. N-Ergie sieht sich im Bereich der Elektromobilität als Vorreiter in Deutschland. Das Unternehmen betreibt mittlerweile 250 öffentliche Ladestationen in Nordbayern, der unternehmenseigene Fuhrpark umfasst mittlerweile 100 E-Fahrzeuge.
2300 MW an Erneuerbaren am Netz
Die Energiewende in der Region treibt N-Ergie aber nicht nur im Bereich der E-Mobilität voran, sondern insbesondere auch im Netzbereich. Über 51.000 Wind-, PV- und Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 2300 MW hat die Tochter Main-Donau Netzgesellschaft mittlerweile an ihr Netz angeschlossen. Auch die Sektorenkopplung setze N-Ergie bereits vielfach um, beispielsweise bei der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme im neu in Betrieb genommenen Gasmotorenkraftwerk Klingenhof.
Für das Geschäftsjahr 2018 konnte der Vorstandsvorsitzende Josef Hasler erneut solide Zahlen vorlegen. Das Ergebnis der Geschäftstätigkeit ging zwar deutlich auf 129,2 Mio. Euro zurück (Vorjahr: 209,9 Mio.) zurück, liegt aber in etwa auf dem Ergebnisniveau von 2016. Hauptgrund für den deutlichen Rückgang ist, dass N-Ergie im Vorjahr von einem positiven Einmaleffekt in Höhe von 51,5 Mio. Euro - bedingt durch die Auflösung von Rückstellungen aus einer Schadenersatzersatzklage - profitieren konnte. Dieser fiel in 2018 weg. Außerdem reduzierten um elf Mio. Euro höhere Personalaufwendungen und ein rückläufiges Finanzergebnis von 39,7 Mio. Euro (Vorjahr: 50,4 Mio. Euro) den Gewinn.
Deutliches Plus beim Stromabsatz
Die höheren Personalkosten hängen mit einem Personalwachstum von einem Prozent zusammen, außerdem mit Tariferhöhungen und steuerlichen Aufwendungen. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte N-Ergie 2018 rund 2.289 Beschäftigte (Vorjahr: 2.264). Den Umsatz konnte der Regionalversorger mit 2,142 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,140 Mrd. Euro) stabil halten. Fast zwei Drittel des Umsatzes entfielen dabei auf Strom-, ein Viertel auf Gaslieferungen. Der Stromabsatz stieg um zwölf Prozent auf rund 16,009 Mrd. kWh. "Der Zuwachs kommt aus dem Bereich der Keyaccountkunden im bundesweiten Vertrieb", erklärte Hasler.
Der Erdgasabsatz hingegen sank witterungsbedingt um 6,7 Prozent auf 15,33 Mrd kWh, ebenso der Fernwärmeabsatz um 6,3 Prozent auf rund 1,06 Mrd. kWh. Der Wasserabsatz stieg, auch bedingt durch das Bevölkerungswachstum in Nürnberg, um 4,3 Prozent auf 34,1 Mio. cbm. Als Ergebnisabführung wurden 107,5 Mio. Euro an die Gesellschafter ausgeschüttet. An die Städtischen Werke Nürnberg flossen 73,6 Mio. Euro (Vorjahr: 61,8 Mio. Euro), die Thüga erhielt eine Ausgleichszahlung in Höhe von 33,9 Mio. Euro (Vorjahr: 56,5 Mio. Euro). Aufgrund eines anhaltend hohen Investitionsbedarfs, unter anderem im Netzbereich und bei der Kernsanierung des Hochhauses am Plärrer, wurden 15 Mio. Euro (Vorjahr: 80 Mio.) als Gewinnrücklage im Unternehmen belassen.
Hoher Investitionsbedarf
Im vergangenen Jahr hat N-Ergie rund 116 Mio. Euro (Vorjahr: 84 Mio.) investiert, vorrangig in die Netzinfrastruktur im Strom-, Gas-, und Wasserbereich. Für die kommenden Jahre stellte N-Ergie-Chef Hasler weitere Investitionen von über 100 Mio. Euro pro Jahr in Aussicht. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet er ein deutlich geringere Ergebnis der Geschäftstätigkeit als im Vorjahr. Angesichts des extremen Wettbewerbsdrucks und der regulatorischen und politischen Unsicherheiten werde das Ergebnis auch in den Folgejahren hinter dem des Jahres 2018 zurückbleiben, heißt es. (hoe)



