Im Krisenjahr 2022 machten die Stadtwerke Bayreuth 1,5 Mio. Euro Miese. Auch wenn Auswirkungen der Energiekrise das Unternehmen noch stark beschäftigten, berichtet Geschäftsführer Jürgen Bayer, habe man nun die wirtschaftlich Delle überwinden können. Unterm Strich steht 2023 ein Gewinn in Höhe von rund 600.000 Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 10,8 Millionen Euro – etwa 500.000 Euro mehr als im Jahr davor.
Wichtigster Faktor für das positive Ergebnis war die Energiesparte des Unternehmens: Hier verbuchten die Stadtwerke einen Gewinn in Höhe von 11,9 Millionen Euro – rund 4,6 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. „Als Grundversorger haben wir 2022 zur Hochphase der Energiekrise zahlreiche Kunden aufgenommen – hauptsächlich von Energie-Discountern, die ihre Preise drastisch erhöht hatten oder ihre Kunden gleich vor die Tür gesetzt haben“, erläutert Bayer. „Aufgrund unserer längerfristigen Beschaffungsstrategie waren wir damals fast schon konkurrenzlos günstig.“ Das habe zur Konsequenz gehabt, dass die Stadtwerke für die Neukunden Energie zu damals teuren Preisen an den Märkten nachkaufen mussten.
„Das war gut für unsere Kunden, die hoffentlich gesehen haben, dass wir auch in schwierigen Zeiten ein verlässlicher Partner sind. Gleichzeitig war es schlecht für unser Ergebnis – da beißt die Maus keinen Faden ab.“ Bayer fordert in diesem Zusammenhang ein Eingreifen der Politik. Vor allem in Bezug auf Energie-Discounter, die inzwischen wieder mit günstigen Preisen auf Kundenfang gehen. „Es kann doch nicht sein, dass diese ihr wirtschaftliches Risiko steigender Handelspreise einfach auf die örtlichen Grundversorger abwälzen dürfen.“
Unabhängig davon zeigt sich Bayer zufrieden, dass viele Kunden der Stadtwerke die Verlässlichkeit zu schätzen wüssten. „Wir haben viele sehr treue Kunden. Auch deshalb konnten wir das Ergebnis unserer Energiesparte im Jahr 2023 wieder deutlich verbessern.“ Und er stellt in Aussicht, dass die Energiepreise der Stadtwerke perspektivisch sinken werden. „Natürlich können wir wieder günstiger an den Handelsplätzen einkaufen und werden diesen Vorteil an unsere Kunden weitergeben, sobald das möglich ist.“
Der wirtschaftlichen Erholung der Energiesparte steht das Ergebnis der Sparte Verkehr und Bäder entgegen. Diese ist laut Bayer gezwungenermaßen defizitär. Im Wirtschaftsjahr 2023 betrug das Minus 9,5 Millionen Euro – rund 1,5 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. „Mit ÖPNV und Bädern lässt sich kein Geld verdienen, wenn sich alle das Angebot leisten können sollen.“
Sowohl Bäder und ÖPNV seien klassische Daseinsvorsorge. „Diese fast 10 Millionen Euro stemmen wir für Bayreuth und entlasten damit den städtischen Haushalt beträchtlich. Zusätzlich zur Gewinnbeteiligung für das Bayernwerk, das an unserer Energiesparte beteiligt ist.“ Diese betrug im Jahr 2023 rund 2,1 Millionen Euro. Das laufende Geschäftsjahr verlaufe positiv – die Stadtwerke planen mit einem ausgeglichenen Ergebnis. (pfa)
