Ausschnitt aus der hochkarätig besetzten Paneldiskussion beim Ludwig-Erhard-Gipfel in München: VKU-Präsident Michael Ebling (rechts) diskutierte mit Falco Weidemeyer, Partner und Head von EY-Parthenon EMEA und vier weiteren Teilnehmern über das Thema Nachhaltigkeit.

Ausschnitt aus der hochkarätig besetzten Paneldiskussion beim Ludwig-Erhard-Gipfel in München: VKU-Präsident Michael Ebling (rechts) diskutierte mit Falco Weidemeyer, Partner und Head von EY-Parthenon EMEA und vier weiteren Teilnehmern über das Thema Nachhaltigkeit.

Bild: © Weimer Media Group

Für die Kommunalwirtschaft war und ist die Coronakrise ein Stresstest. „Den haben wir bestanden und gezeigt, wie wichtig kommunale Unternehmen sind“, bekräftigte der Mainzer Oberbürgermeister und VKU-Präsident Michael Ebling bei einem Nachhaltigkeits- und Transformationspanel im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels in München.

Nun müssten die Kommunen und Städte schauen, wie resilient und anpassungsfähig ihre Strukturen mit Blick auf künftige wirtschaftliche und technische Herausforderungen seien.

Ebling: "Vor Ort das entfesseln, was da ist"

Mit Blick auf die deutschen Klimaziele und die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit mahnte er klare und verlässliche Rahmenbedingungen an. „Wir müssen wissen, dass die Richtung in die wir in die nächsten Jahre und Jahrzehnte investieren, stimmt.“

Sei das gegeben, könne die Kommunalwirtschaft vor Ort das entfesseln, was da ist. Als Beispiel nannte er einen großen Glasfabrikanten in Mainz, der künftig Wasserstoff zum Teil in der Produktion nutzen will.

Katharina Schulze: "Corona ist ein Weckruf"

„Klimaneutralität wird ein Wettbewerbsvorteil sein“, betonte Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag. Aufgabe der Politik sei es, einen Rahmen und die Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die guten Ideen und Konzepte müssten aus der Zivilgesellschaft kommen. „Das muss man zusammenbringen.“

Corona ist für Schulze ein Weckruf in Sachen Nachhaltigkeit. Auch künftig bleibe monetärer Gewinn für die Leistungsmessung eines Unternehmens und einer Volkswirtschaft wichtig, daneben würden aber immer mehr auch soziale Aspekte, wie Aufstiegschancen, Bildungsgerechtigkeit, ein gutes Leben führen, immer bedeutender. „Wir spüren, dass sich hier viele Dinge verändern.“

Nachhaltigkeits-Agenda entscheidend für Arbeitgeber-Attraktivität

Die Coronakrise hat in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit katalytisch gewirkt, urteilte Falco Weidemeyer, Partner und Head of EY Parthenon EMEA. Die Unternehmen seien diesbezüglich auch mit Blick auf das Anpassungsmanagement gefordert, das sei auch entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit.

Mitarbeiter würden in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte  künftig ganz andere Anforderungen an ihren Arbeitgeber stellen. „Nachhaltigkeit wird zunehmend weit definiert, im Sinne von ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit“, so Weidemeyer.

Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit mit Blick auf Chinas Klimaziele

China rechnet mit seinem Emissionspeak 2030, bis 2060 will die Volksrepublik CO2-neutral sein. „Da verlassen wir uns auf die Politik, dass wir nicht ins Hintertreffen geraten“, warf Petra Wickland, Head of Corporate Affairs und Senior Vice President beim Pharmakonzern Merck ein.

Merck bewertet Portfolien anhand von sieben Dimensionen

Generell gelte es Formen zu finden, um Nachhaltigkeit konkret zu messen. Merck versuche seine Portfolien anhand von sieben Nachhaltigkeitsdimensionen zu bewerten, etwa den Nutzen eines Produktes für die Gesellschaft, den Nutzen in Bezug auf Ethik oder die ESG-Kriterien (Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales, verantwortungsvolle Unternehmensführung).

„Wenn man diese Dimensionen nebeneinander stellt, hat man ein Instrument, das den Wert für die Gesellschaft bemisst.“ Besonders groß sei die Wirkung bei Produkten, die sich noch in der Entwicklung befänden. „Dort kann ich noch an einzelnen Stellschrauben drehen.“ (hoe)

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