Ökoenergieanbieter Naturstrom setzt auf eigene Wind- und Solarparks, um sich gegen die Preisrallye im Großhandel abzusichern. Damit habe das Unternehmen Preisanstiege zumindest abgemildert, erklärt Votrstand Oliver Hummel in einer Presseaussendung. "Zudem [konnten wir] auch im laufenden Jahr bis auf eine kurze Unterbrechung durchgängig Angebote für Neukundinnen und -kunden machen."
Allerdings sei es auch kein Geheimnis, dass im Zuge der Energiepreiskrise die Ergebnisse aller Versorger unter Druck geraten seien. "Auch wir hatten uns am Jahresanfang mehr vorgenommen."
Naturstrom mit Rekordumsatz
Naturstrom schloss das vergangene Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 450 Mio. Euro ab. Das Konzernergebnis nach Steuern verbesserte sich leicht auf 1,3 Mio. Euro.
Nach eigenen Angaben betreibt Naturstrom eigene Wind- und Solarparks mit einer Leistung von 120 und 25,5 MW. Zusätzlich ist der Versorger an Windparks mit 106 MW und an Solarparks mit 51 MW minderheitlich beteiligt.
Mehr als 330.000 Energiekunden
Das Kerngeschäft, die Belieferung von privaten und gewerblichen Kunden mit Ökostrom und Biogas, habe sich 2021 positiv entwickelt, heißt es weiter. Zum Ende des Jahres seien mehr als 330.000 Haushalte und Unternehmen unter Vertrag gestanden. Der Stromabsatz habe 1,8 Mrd. kWh betragen.
2020 hatte Naturstrom die Erzeugungstochter Naturenergy gegründet, die seitdem in den Bereichen Anlagenbetrieb, Service und Wartung zunehmend als selbständige Marke auftritt.
Kapitalerhöhung für Erzeugungstochter
Für das vierte Quartal sei eine Kapitalerhöhung für das Unternehmen vorgesehen, heißt es jetzt. Geplant sei, als Sachdividende für jede Naturstrom-Aktie eine Aktie an Naturenergy auszuschütten. Damit würden Naturstrom-Aktionäre auch Anteilseigner an der Erzeugungstochter.
Naturenergy will bis Ende des Jahres fünf neue Solarparks mit einer Leistung von etwa 55 MW übernehmen. Für 2023 ist die Realisierung weiterer Anlagen geplant. "Die Solarparks werden größer, auch bei uns", wird Naturstrom-Vorstandsvorsitzender Thomas Banning zitiert. "Die Realisierung zumindest von Teilanlagen über PPAs, also langfristige Lieferverträge mit Händlern oder großen Kunden, wird ab dem nächsten Jahr nahezu Standard."
Mobilitätstochter weitet Portfolio aus
Neuigkeiten gibt es auch bei der Mobilitätstochter Green Moves. Das Unternehmen will sein Portfolio weiter ausweiten und verschiedenen Zielgruppen Pedelecs und E-Lastenräder im Abo- und als Teil modularer Sharingkonzepte anbieten, teilt Naturstrom mit. (aba)



