Mit New Work verbinden Berufstätige persönliche Wünsche und gesellschaftliche Ansprüche, dies ist das Resultat einer von Bitkom Research durchgeführten Umfrage. Auf persönlicher Ebene möchten sich nahezu alle (96 Prozent) ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 94 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig ist, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. 93 Prozent wünschen sich flache Hierarchien. 90 Prozent möchten ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen. 82 Prozent wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und 71 Prozent befürworten regelmäßig wechselnde Arbeitsaufgaben, also Job-Rotation.
Auf gesellschaftlicher Ebene haben Berufstätige hohe Ansprüche an Arbeitgeber. 96 Prozent bekräftigen, ihr Arbeitgeber sollte Werte vertreten, mit denen sie sich identifizieren können. 92 Prozent finden, ihr Arbeitgeber sollte gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Und 72 Prozent sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.
Neue Raumkonzepte setzen sich durch
Auch neue Raumkonzepte setzen sich allmählich in deutschen Büros durch. Jeweils drei von zehn abhängig Beschäftigten verfügen am Arbeitsplatz über Rückzugsmöglichkeiten zum Stillarbeiten (31 Prozent), Grünflächen mit Sitzgelegenheiten beziehungsweise eine Dachterrasse (30 Prozent) oder einen Lounge-Bereich (27 Prozent).
Eine Seltenheit sind aber weiterhin Design-Thinking-Räume (6 Prozent), Telefonkabinen (5 Prozent) und Sport- oder Fitnessräume (4 Prozent). Häufiger findet man dagegen Klassiker wie Kaffeeküche (94 Prozent) und Kantine (31 Prozent).
Großraumbüros spalten die Meinungen
Das Einzelbüro ist mittlerweile nicht mehr Standard, nur noch jeder vierte Büroarbeiter ist allein in seinem Büro (27 Prozent). Jeder Zehnte (10 Prozent) verfügt nicht einmal mehr über einen festen Arbeitsplatz, sondern nutzt einen sogenannten Shared Desk oder ein non-territoriales Büro. Großraumbüro-Erfahrungen haben sieben von zehn Büroarbeitern (68 Prozent) bereits gesammelt.
Das Konzept ist dabei umstritten: Während die eine Seite in Großraumbüros die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern für effizienter hält (66 Prozent) und einen stärkeren Zusammenhalt im Team (45 Prozent) und eine größere Zufriedenheit der Mitarbeiter sieht (45 Prozent), bemängelt die andere Seite mehr soziale Kontrolle (56 Prozent) und beklagt eine stärkere Ablenkung und geringere Produktivität (48 Prozent).
41 Prozent sind für die Arbeitszeiterfassung
Knapp zwei Drittel (63 Prozent) befürworten gelockerte Regelungen zum Arbeitsschutz, um Home-Office zu erleichtern und es Start-ups leichter zu machen. Sechs von zehn (58 Prozent) wünschen sich die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Ein mögliches Recht auf Home-Office findet unter vielen Berufstätigen (45 Prozent) Zuspruch – dabei wäre das längst nicht in allen Berufen umzusetzen.
Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 müssen künftig alle Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen. Wenn die Berufstätigen selbst wählen könnten, würde eine Mehrheit (53 Prozent) lieber das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit bevorzugen. Dagegen befürworten 41 Prozent die genaue Arbeitszeiterfassung. Die große Mehrheit der abhängig Beschäftigten macht das bereits. 77 Prozent, weil es der Arbeitgeber vorschreibt, und 13 Prozent aus eigenen Stücken. (ab)
