Preisturbulenzen nicht ausgeschlossen: Der Kohleausstieg wird zum Stresstest für Regierung und Energieversorger.

Preisturbulenzen nicht ausgeschlossen: Der Kohleausstieg wird zum Stresstest für Regierung und Energieversorger.

Bild: © EEX

Im vergangenen Monat lag der durchschnittliche Day-Ahead-Preis an der Strombörse bei 7,83 Cent/kWh. Diese Komponente bildet etwa die Hälfte des gesamten Preises für Endverbraucher. Hinzu kommen Steuern, Abgaben, Gewinnmargen der Versorger und Netzentgelte.

Auch wenn der Spotpreis an der Börse im Tagesverlauf sehr volatil ist und einige Preisspitzen aufweist, könnte er durch die "überwiegend günstigen und negativen Preisphasen jedoch überkompensiert werden", teilte der Stromanbieter Rabot Energy mit. Das Unternehmen ist auf dynamische Tarife spezialisiert und setzt dabei auf KI-optimierten Stromeinkauf an der Börse. Ab 2025 sind dynamische Tarife im Angebot jedes Energieversorgers verpflichtend.

Preisvorteil durch dynamische Tarife

Nach Angaben von Rabot Energy bezahlten seine Kunden im September durchschnittlich 27,76 Cent/kWh. Der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt mit 3.500 kWh Verbrauch lag 2024 bisher bei 41,35 ct/kWh, teilt das Unternehmen mit Verweis auf BDEW-Statistik vom Juli 2024 mit. Der dynamische Strompreis von Rabot Energy lag damit um über 30 Prozent unter dem Marktdurchschnitt. "Der Strompreis sollte angemessen und marktgerecht sein, das heißt Angebot und Nachfrage sinnvoll abbilden. Bei vermeintlichen Billigangeboten sollten Verbraucher:innen aufpassen. Dumpingpreise und überzogene Preisversprechen haben meist einen Haken und sind dauerhaft nicht haltbar, sagte Jan Rabe, CEO von Rabot Energy.

Chance für Verbraucher

Mit der verpflichtenden Einführung der dynamischen Tarife für Privathaushalte sollen Verbraucherinnen und Verbraucher den Stromverbrauch in kostengünstigere Zeiten mit hoher Erzeugung verlagern können, so der Plan der Bundesregierung. Mithilfe der Smart Meter können sie dafür ihr eigenes Verbrauchsverhalten analysieren.

In der Branche gibt es zahlreiche skeptische bis kritische Stimmen, die am wirtschaftlichen Potenzial von dynamischen Tarifen zweifeln. Die Volatilität der Börsenpreise könnte die monatlichen Abschläge deutlich nach oben bringen. Auch seien die technischen Voraussetzungen für die Nutzung eines dynamischen Tarifs hoch, so die Kritik. Viele Haushalte, insbesondere Familien oder Berufstätige, haben wenig Spielraum, ihre Stromnutzung auf günstigere Zeiten zu verlegen. (am)

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