Das Niedrigwasser hat das Ergebnis der EnBW im ersten Halbjahr 2026 belastet. Beim Milliardenkonzern macht sich das allerdings kaum im Ergebnis bemerkbar.
Betroffen sind vor allem die Laufwasserkraftwerke: Wegen der geringeren Wasserführung konnten sie weniger Strom erzeugen. Der Vorstand bezifferte den Ergebniseffekt nach einer Rückfrage auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Der Konzern erzeugt und betreibt zusammen mit seinen Tochtergesellschaften Strom aus Wasserkraft an rund 130 Standorten.
Gute Stromproduktion aus Wind und Solar
Die Auswirkungen seien dennoch begrenzt, erklärt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand Thomas Kusterer bei der Konferenz zu den Halbjahreszahlen des Energiekonzerns. Die Laufwasserkraft verfüge über knapp ein Gigawatt installierte Leistung und mache rund 8,5 Prozent der gesamten installierten Erzeugungskapazität aus.
Zudem könne EnBW schwächere Beiträge einzelner Erzeugungsarten durch andere Geschäftsfelder ausgleichen. Eine gute Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen habe die Belastung teilweise kompensiert.
Für das zweite Halbjahr wollte der Vorstand keine konkrete Ergebnisbelastung nennen. Die Lage sei weiterhin von Trockenheit und niedrigen Wasserständen geprägt, die weitere Entwicklung müsse abgewartet werden.
Insgesamt sei der Effekt im Verhältnis zum Konzernergebnis jedoch nicht wesentlich; die Jahresprognose bleibe deshalb unverändert: Er erwartet ein Adjusted EBITDA in einer Bandbreite von 4,6 bis 5,1 Milliarden Euro.

Auch die Kohleversorgung ist nach Einschätzung des Vorstands bislang nicht gefährdet. Der niedrige Wasserstand des Rheins erschwere zwar die Transporte und verringere die mögliche Zuladung. EnBW könne die beiden betroffenen Kraftwerksstandorte jedoch zusätzlich über Bahnanschlüsse versorgen.
EnBW will sich auf das Kerngeschäft konzentrieren
"Die EnBW befindet sich mitten im größten Investitionsprogramm ihrer Unternehmensgeschichte", erläutert Kusterer. "Durch unsere integrierte Aufstellung ergibt sich ein hoher Kapitalbedarf entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette."
Mit den Investitionen von heute schaffe EnBW die Grundlage für die nächste Wachstumsphase und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. "Wir legen damit das Fundament für nachhaltiges Wachstum bei Netzen, Erneuerbaren, disponibler Erzeugung und Kundengeschäft", erläutert der Vorstand.
Parallel zum Investitionsprogramm hat sich die EnBW verschlankt. Neben dem Rückzug von Erneuerbarenprojekten in Dänemark und Schweden, gehörte dazu jüngst auch der Verkauf der Contractingsparte an die Rheinenergie.
"Contracting ist ein gutes Geschäft mit guten Wachstumsmöglichkeiten", sagt Kusterer, "wir glauben nur, dass wir nicht der richtige Eigentümer dafür sind, weil wir unsere finanziellen Mittel auf unsere Kernbereiche konzentrieren müssen. Hier geht es ganz einfach um die Konkurrenz um Investitionsmittel."