Die Pflicht zum Maske-Tragen im ÖPNV sollte imagefördernd kommuniziert werden.

Die Pflicht zum Maske-Tragen im ÖPNV sollte imagefördernd kommuniziert werden.

Bild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

Vor allem in den Lockdown-Phasen der Pandemie ist es den kommunalen Unternehmen in Deutschland gelungen zu zeigen, „dass vieles im Land in dieser Situation nicht möglich ist, aber dass wir elementare Dinge der Versorgung weiterlaufen lassen“, sagte Jürgen Scheer, einer der Referenten des VKU-Webinars zum Thema „Moderne Unternehmenskommunikation“. Als Beispiel verwies der Pressesprecher der Stadtwerke Neuss auf den öffentlichen Nahverkehr, der zum Teil in vollem Umfang aufrecht erhalten wurde, auch wenn die Nutzerzahlen relativ gering waren.

Die richtige Kommunikation in Krisenzeiten wird nach Ansicht von Maria Geers, Mitglied der Geschäftsführung der Deutschen Akademie für Bildung und Kommunikation in der Kommunalwirtschaft (DABKOMM), immer wichtiger. „Wie formulieren wir Themen wie eingeschränkte Öffnungszeiten von Geschäftsstellen oder die Pflicht zum Maskentragen im ÖPNV so, dass sie positive Wirkung auf das Image des Unternehmens haben“, umreißt die ehemalige Marketingleiterin der Stadtwerke Menden die Herausforderung.

Trends in der Kommunikation

Als weitere Trends in der kommunalen Welt nannte Geers unter anderem die Medienkomplexität, also das Zusammenspiel der klassischen und der sozialen Medien, die zielgruppengerechte Aufbereitung von Nachrichten und die steigende Bedeutung der internen Kommunikation, auch durch die fortschreitende Dezentralisierung der Arbeitsstrukturen, und der Kommunikation nach außen. Dazu gehören auch Informationen über die eigenen Leistungen wie die Darstellung der Daseinsvorsorge rund um die Uhr.

Dafür gibt es – speziell für kleinere kommunale Unternehmen – vorkonfigurierte Kampagnen, die individualisierbar sind, führte Carsten Wagner, Geschäftsführer des VKU Verlags und Moderator des Webinars, aus. Eine davon ist „Dasein 24/7“, die für die verschiedenen Kommunikationskanäle Angebote macht und die ein Stadtwerk für sich adaptieren kann.

Videos werden wichtiger

Die Stadtwerke Lindau haben diese Kampagne genutzt. Der Hauptgrund war, dass die Inhalte genau dem entsprachen, was der Kommunikationsplan ohnehin vorsah. „Aus unserer Sicht passt ,Dasein 24/’ sehr gut in die momentane Zeit“, stellte Günter Baumann, Marketingexperte bei den Stadtwerken Lindau, fest. Das Unternehmen hat zunächst das Online-Modul der VKU-Kampagne gebucht und auf Facebook und der Firmenwebsite eingesetzt. Das Feedback sei sehr positiv gewesen – sowohl was die Reichweiten in den sozialen Medien als auch was interne und externe Reaktionen zeigten.

Besonders gut hat Baumann die Möglichkeit zur Nutzung von Videos, die die VKU-Kampagne bietet, gefallen. Denn als kleineres Stadtwerk haben die Lindauer nicht die Ressourcen, solche Filme professionell zu erstellen. In der Kommunikation werden solche Angebote seiner Meinung nach aber immer wichtiger.

Tag der offenen Tür für Azubis

Als weitere Option, das Thema Daseinsvorsorge anschaulich zu machen, nannte Geers die Durchführung eines offenen Tages für die Anwerbung von Azubis. Bei den Stadtwerken Menden habe sich das sehr bewährt. Die jungen Menschen konnten sich zusammen mit Freunden und Eltern vor Ort über Berufsbilder informieren, bei denen sie in der Region in vielfältiger Weise zum Funktionieren der Grundlagen ihres eigenen Lebens und das ihrer Lieben beitragen. (hp)

Informationen zum VKU-Kommunikationsbaukasten finden Sie hier und zum VKU-Leitfaden „Interne Kommunikation“ hier.
 

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