Übernahm die Insolvenzverwaltung bei Micropyros: Rechtsanwalt Daniel Barth.

Übernahm die Insolvenzverwaltung bei Micropyros: Rechtsanwalt Daniel Barth.

Bild: @ Pluta Rechtsanwälte

Das Amtsgericht Straubing hat Daniel Barth von der Pluta Rechtsanwalts GmbH zum vorläufigen Insolvenzverwalter des Power-to-Gas-Spezialisten Micropyros GmbH bestellt. Micropyros musste wegen Liquiditätsschwierigkeiten die Segel einstweilen streichen – eine geplante Finanzierungsrunde konnte nicht abgeschlossen werden. Barth ist jedoch optimistisch: „Der Geschäftsbetrieb wird fortgeführt. Die Gehälter der Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.“

Gemeinsam mit der Geschäftsführung strebt der Verwalter nun eine langfristige Lösung für die Gesellschaft an. Micropyros-Geschäftsführer Raimund Brotsack erklärt: „Das Know-how von über 30 Jahren Forschung und Entwicklung im Bereich der Mikrobiologie steckt in der biologischen Methanisierung von Micropyros. Unsere Technologie ist erprobt, und wir haben bereits Anlagen im Betrieb. Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung für alle Beteiligten.“ In den kommenden Wochen werde der Insolvenzverwalter bestmöglich unterstützt.

Fast 100 Prozent Methangehalt

Micropyros wurde 2012 gegründet und unterstützt die Energiewirtschaft beim Übergang von fossiler zu erneuerbarer Energie durch mikrobiologische Power-to-Gas-Technologie. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, um klimafreundliches Methan zu erzeugen. Mikroorganismen wandeln dabei CO2 aus Abgas oder Biogas sowie Wasserstoff kostengünstig und effizient in Methan in Erdgasqualität – also in E-Methan – um. Das erzeugte E-Methan kann für die vorhandene Technik, also in Gaskraftwerken und Fahrzeugen sowie bei Industrieprozessen, genutzt werden.

Mit der Technologie von Micropyros können Energieerzeuger den Methangehalt ihres Biogases nahezu verdoppeln, da der Methangehalt von rund 50 auf annähernd 100 Prozent erhöht wird. An konventionellen Biogasanlagen werden meist Blockheizkraftwerke zur Verstromung des Biogases eingesetzt. Doch der elektrische Wirkungsgrad ist hier meist im Bereich von 40 Prozent. Der Rest fällt als Wärme an. Wo die nicht in einem Nahwärmenetz genutzt wird, geht sie ungenutzt verloren. (sig)

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