In den ersten neun Monaten fuhr die EnBW einen Gewinn von 2,06 Milliarden Euro ein. Für das ganze Jahr sollen es fast drei Milliarden Euro werden.

In den ersten neun Monaten fuhr die EnBW einen Gewinn von 2,06 Milliarden Euro ein. Für das ganze Jahr sollen es fast drei Milliarden Euro werden.

Bild: © Christoph Schmidt/dpa

Der Karlsruher Energiekonzern EnBW bleibt zuversichtlich: Am Ende eines von Corona-Pandemie und Wirtschaftseinbruch bestimmten Jahres erwartet er einen robusten operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 2,75 bis 2,9 Milliarden Euro. Das wären 13 bis 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Prognose für 2020 bleibt damit unverändert.

Zwar drückten die Auswirkungen der Krise auch das operative Geschäft der EnBW, teilt das Unternehmen mit. Ein starker Zuwachs im Bereich der erneuerbaren Energien sowie Zukäufe der Unternehmen Valeco und Plusnet glichen die Corona-Delle bislang aber mehr als aus.

Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten 2020 bei 13,7 Milliarden Euro (2019: 14,4 Milliarden Euro), der Gewinn bei 2,1 Milliarden Euro (2019: 1,7 Milliarden Euro).

Klimaneutral bis 2035

"Unsere Portfoliomaßnahmen und Effizienzanstrengungen seit 2012 im Rahmen der Neuausrichtung der EnBW haben das Unternehmen sehr robust gemacht", sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer auf einer Pressekonferenz. "Vor allem unsere strategischen Investitionen im Bereich erneuerbare Energien und Breitband-Telekommunikation zahlen sich zuletzt zunehmend aus und führen insgesamt trotz Corona-Pandemie zu einer deutlich positiven Ergebnisentwicklung."

Konsequent will EnBW am Ziel festhalten, bis 2035 klimaneutral zu sein. Schon jetzt habe sich der Konzern freiwillig von einigen Kohlekraftwerken getrennt, sagte Kusterer. Bis 2025 seien zudem Investitionen im Wert von vier Milliarden Euro für erneuerbare Energien und eine weitere Milliarde für die E-Mobilität geplant.

Ladesäulen-Offensive geplant

Aktuell baut EnBW im brandenburgischen Weesow-Wilmersdorf den nach eigenen Angaben größten förderfreien Solarpark Deutschlands (187 Megawatt). Geplant sind zwei weitere Solarparks mit einer Leistung von jeweils 150 Megawatt, die ebenfalls in Brandenburg entstehen sollen.

Ferner will der Energieversorger bis Ende 2021 bundesweit insgesamt 1000 Hochgeschwindigkeitsladesäulen mit einer Leistung von je bis zu 300 Kilowatt installiert haben.

1,5 Milliarden Euro an Investitionen

Dieses Jahr investierte der Konzern bislang etwa 1,5 Milliarden Euro beispielsweise in die Fertigstellung der Offshore-Windparks Hohe See und Albatros sowie in den Neutzausbau. Das sind knapp 30 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2019.

Dieser Unterschied sei im Wesentlichen auf den Erwerb des französischen Wind- und Solar-Unternehmens Valeco sowie der im Telekommunikationsgeschäft tätigen Plusnet im ersten Halbjahr 2019 zurückzuführen, teilt das Unternehmen mit. (ab)

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