In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat der schwedische Energiekonzern Vattenfall eine deutliche Ergebnissteigerung erwirtschaftet. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg auf umgerechnet 2,91 Mrd. Euro (33,8 Mrd. schwedische Kronen) und lag damit etwa dreimal so hoch wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (Ebit Januar-September 2023: 940 Mio. Euro).
Auch im dritten Quartal setzte sich der positive Trend aus den Vormonaten fort: Der Gewinn erreichte 177 Mio. Euro. Das dritte Quartal 2023 schloss Vattenfall noch mit rund 188 Mrd. Euro in den roten Zahlen ab.
Erfolgreiche Hedging-Strategie
Zu den zentralen operativen Ergebnistreibern zählt der Konzern die erfolgreiche Hedging-Strategie auf den Energiemärkten sowie die über die Erzeugungsmengen aus Kern- und Windkraft über dem Vorjahresniveau. Vor allem in den nordeuropäischen Ländern hat Vattenfall dank Preisabsicherungen beim Stromverkauf gute Erlöse erzielen können, und das trotz allgemein niedriger Spotpreise.
Positiv wirkte sich auf das Periodenergebnis auch der Verkauf von 49 Prozent der Anteile an den Offshore-Projekten Nordlicht I und II sowie der Norfolk-Offshore-Windzone, teilte das Unternehmen weiter mit. Der Umsatz des Unternehmens ging im dritten Quartal hingegen um 22 Prozent zurück. Dafür sorgten laut Vattenfall die rückläufigen Gaspreise an den Märkten, die dann auch die Preise für Strom und Wärme drückten.
Hedging-Ausblick
Die Preisabsicherungsstrategie von Vattenfall konzentriert sich nach Unternehmensangaben in erster Linie auf die nordischen Erzeugungsanlagen, da das Hauptrisiko mit der Basisproduktion von Kern- und Wasserkraft verbunden ist. Der Grad der Absicherung sei in den nächsten Jahren am höchsten und werde danach abnehmen. Die Absicherung basiert hauptsächlich auf dem nordischen Systempreis (SYS), während die Lieferung in den Preiszonen erfolgt, in denen sich die Erzeugungsanlagen befinden.
Deutschlandgeschäft mit Fokus auf Wasserkraft
Dass Vattenfall seine Gewinne trotz rückläufiger Markttrends hat steigern können, liege zum einen daran, dass man Preisabsicherungen getroffen habe. Außerdem produziere das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mehr Kern- und Windenergie, sagte Konzernchefin Anna Borg zu DPA. Das Quartalsergebnis bezeichnete sie im Allgemeinen als "ziemlich gut".
Der gesamte Kundenstamm von Vattenfall verringerte sich um zwei Prozent auf 12 Mio. Kunden, was hauptsächlich auf den Verkauf von Vindstød im Jahr 2024 zurückzuführen sei, hieß es. Das Deutschlandgeschäft läuft hier hingegen gegen den Trend. Derzeit zählt das Unternehmen hierzulande etwa 5 Mio. Gas- und Stromkunden und konnte die Zahl damit steigern, sagte ein Vattenfall-Sprecher der ZfK.
Im Bereich Stromvertrieb zählt das Unternehmen die Unterzeichnung eines neuen Stromabnahmevertrags für Windenergie mit dem Stahlhersteller Salzgitter in Deutschland zu einem der Höhepunkte im bisherigen Jahresverlauf. Der Strom soll ab 2028 aus dem Offshore-Windpark Nordlicht 1 vor Borkum fließen.
Insgesamt zählt die deutsche Projektpipeline von Vattenfall 229 MW an PV-Leistung und 1627 an Windleistung. Hinzukommt das Agri-PV-Projekt Tütpatz in Mecklenburg-Vorpommern mit einem 50-MW-Großbatteriespeicher. Einen weiteren Investitionsschwerpunkt in Deutschland sollen laut Borg in den kommenden Jahren die bestehenden Wasserkraftwerke bilden. (am)



