Die Rheinenergie schafft mit guten Zahlen aus 2025 eine gute Grundlage für anstehende Investitionen.

Die Rheinenergie schafft mit guten Zahlen aus 2025 eine gute Grundlage für anstehende Investitionen.

Bild: © Rheinenergie

Seit dem Ausbruch der Krise 2022 hat der Kölner Regionalversorger Rheinenergie drei starke Jahresergebnisse erzielt. Mit 275,6 Millionen Euro Ergebnis vor Ertragsteuern für 2025 erzielte das Unternehmen laut eigener Darstellung das drittbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte – und liegt "deutlich über den durchschnittlichen Jahresergebnissen 2016 bis 2022", sagte Andreas Feicht, Vorstandsvorsitzender der Rheinenergie, bei der Vorstellung der Zahlen vor Journalisten.

Gleichzeitig mahnt der Vorstand zur Einordnung: Die außergewöhnliche Phase sei eng mit der Volatilität der Energiemärkte verbunden – und damit nicht beliebig fortschreibbar. Auch Finanzvorständin Birgit Lichtenstein betonte: "Diese Ergebnisse sind kein Selbstzweck; sie sichern unsere wirtschaftliche Resilienz und ermöglichen uns Investitionen in eine zukunftsgerichtete, sichere Energie- und Wasserversorgung".

Breite Aufstellung als Trumpf in der Krise

Trotz hoher Volatilität und der Krisensignale für die gesamte Wirtschaft "sind die Märkte positiv für uns gelaufen", erklärte Feicht. Den Grund sieht er vor allem in einer breiten Aufstellung des Kölner Regionalversorgers. Gerade Erzeugung und Handel können laut Ausführungen von Feicht kurzfristig auf Preissignale reagieren – etwa über flexible Gas- und Dampfturbinenkapazitäten und Portfolio-Strukturierung – während Vertrieb und Energiedienstleistungen zusätzliche Ergebnisbeiträge liefern.

Aufgrund der konjunkturellen Krise bildete Rheinenergie vorsorglich Rückstellungen im B2B-Segment, erläuterte Lichtenstein. Ihre teilweise Auflösung sorgte ebenfalls für positive Bilanzeffekte.

Die "unruhigen Phasen" seien nicht vorbei. Doch in den kommenden Jahren rechnet Rheinenergie mit einer Normalisierung: Entsprechend würden sich auch die Jahreszahlen einpendeln, Lichtenstein geht für 2026 von einem Ergebnis zwischen 185 und 190 Millionen Euro aus.

Solide Ausgangslage

Mit einer Eigenkapitalquote von 35 Prozent und einem "sehr niedrigen" Verschuldungsgrad stehe das Unternehmen wirtschaftlich gut da und konnte 2025 Rücklagen für die künftigen Aufgaben bilden. Dies helfe dem Versorger, zu günstigen Konditionen Kapital für die anstehenden Investitionen zu beschaffen.

Weil Rheinenergie in den nächsten Jahren gleich mehrere kapitalintensive Transformationen gleichzeitig stemmen müsse – und dafür Eigenkapitalstärkung, gute Bonität und günstige Finanzierungskonditionen brauche, steige der Druck, weiterhin gute wirtschaftliche Performance abzuliefern, so Feicht. Das Unternehmen müsse seine Effizienz und Profitabilität kontinuierlich steigern.

Eine Kapitalerhöhung als Mittelbeschaffung schließt Feicht derzeit aus. Stattdessen sei die Eigenkapitalbasis über Gewinne und Rücklagen gestärkt worden. Gleichwohl sei klar, ergänzt Finanzvorständin Lichtenstein: "Das Investitionsprogramm übersteigt langfristig die reine Innenfinanzierung und wir werden Finanzierungspartner suchen müssen, um das nicht alles nur aus eigener Kraft stemmen zu müssen", sagte sie.

Unter anderem arbeite Rheinenergie intensiv daran, die Kosten zu senken und in neue strategische Geschäftsfelder zu investieren. Feicht nannte dabei Batteriespeicher explizit als Zukunftssegment. Eine Anlage mit 34 Megawatt sei bereits in Betrieb gegangen, weitere seien in der Projektpipeline. Im Bereich Energiedienstleistungen für Industrie und Wohnungswirtschaft wolle das Unternehmen zudem stärker wachsen und für höhere Skalierungsgrade sorgen.

Drei Investitionsschwerpunkte

2025 hatte der Versorger 267 Millionen Euro investiert. Drei Bereiche bildeten dabei die Investitionsschwerpunkte. Zunächst: Digitalisierung und Ertüchtigung der IT-Systeme. Mit Blick auf die neuen Herausforderungen rund um die Cybersicherheit plant das Unternehmen hier unter anderem den Bau einer Querverbundleitwarte.

Der zweite Schwerpunkt bleibt der Ausbau der Infrastruktur, vor allem beim Strom-, Wasser- und Wärmenetz. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Fernwärmenetze und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Hier schlägt Feicht einen pragmatischen Ton an: Für Köln hält er die geplanten Regeln grundsätzlich für handhabbar, weil Rheinenergie die Fernwärme ausbauen will – zugleich betont er, dass Fernwärme nicht überall passt. Aktuell liegt der Fernwärmeanteil bei 18 Prozent, bis 2035 sollen es rund 30 Prozent des Raumwärmebedarfs sein.

Manche Quartiere seien aber zu weit weg oder ungeeignet, weshalb es neben Fernwärme auch Wärmepumpen und andere Lösungen braucht. Entscheidend sei deshalb mehr Flexibilität für Gebäudeeigentümer, damit im Bestand überhaupt umgestellt werden kann - denn "die Leute müssen ja ihre Gebäude heizen" - und die Politik solle Rahmenbedingungen so setzen, dass unterschiedliche Wege zur Wärmewende vor Ort möglich bleiben.

Der dritte Investitionsschwerpunkt liegt bei Rheinenergie auf dem Ausbau neuer Geschäftsfelder und der Dekarbonisierung jenseits der reinen Netz- und IT-Themen - dazu zählen insbesondere Erneuerbare und Wärmeerzeugung sowie Energiedienstleistungen.

Feicht verweist auf eine breite Projektpipeline: von PV-Projekten über das Windenergie-Repowering bis zu Agri-PV. Ergänzend kommen Wärmelösungen wie eine größere kalte Nahwärme-Anwendung hinzu. Ziel sei es, die Versorgung schrittweise zu dekarbonisieren und zugleich Geschäftsfelder aufzubauen, die – anders als klassisch regulierte Infrastruktur – stärker skalieren und damit zusätzliche Ergebnisbeiträge für die Transformation liefern können.

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