Mit dem Ergebnis habe die Rheinische Energie AG (Rhenag) eine neue Größenordnung erreicht, sagte Rhenag-Vorstand Hans-Jürgen Weck. Im Energiegeschäft habe sich das Unternehmen als "sehr robust" präsentiert, sodass keine nennenswerte Ergebnisbelastung von der eigenen operativen Versorgungstätigkeit ausging.
Den größten Anteil an "einem der besten Ergebnisse der Unternehmensgeschichte" hatte jedoch die Beteiligungssparte der Rhenag.
Rheinlandkooperation bringt 41,8 Mio. ein
Die Beteiligungssparte entstand durch eine Neuordnung der Zusammenarbeit unter dem Projektnamen "Rheinlandkooperation" zwischen der Rhenag, Rheinenergie und Westenergie. Insgesamt zwölf Unternehmen gleichzeitig in die Netzwerkprozesse einzubinden, "war eine echte Herkulesaufgabe", sagte Weck.
Dieser Neuordnungsprozess im erweiterten Rheinland machte die Rhenag-Gruppe dann zu den größten Netzwerken kommunaler Stadtwerke und Regionalversorger in Deutschland. Das Ergebnis aus den Beteiligungen belief sich auf 41,82 Mio. Euro. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 11,38 Mio. Euro. Sie erwies sich 2023 dann auch als der entscheidende Ergebnistreiber.
#rhenag2030 steht für Wachstum
"Wir sind fest entschlossen, unser neues Potenzial für weiteres Wachstum zu nutzen", betonte Till Cremer, der seit dem 1. Juni 2023 im Rhenag-Vorstand ist. Das Ziel sei, Stadtwerke zu den zentralen Akteuren der Energie- und Wärmewende zu machen. Kaum ein kommunaler Versorger sei dabei in der Lage, die Dekarbonisierung operativ und finanziell im Alleingang zu stemmen, so Cremer weiter. An dieser Stelle biete sich die Rhenag als Partner an. Dafür hat der Regionalversorger sein Strategieprojekt mit dem Namen "#rhenag2030" aufgesetzt.
Zwei Standbeine neben Commodity-Geschäft
Im gesamten Jahresverlauf lag der Gasabsatz mit 1,19 Mrd. kWh insbesondere witterungsbedingt leicht unter dem Vorjahreswert von 1,38 Mrd. kWh. Der Stromabsatz blieb mit 122 Mio. kWh ebenfalls unter Vorjahresniveau (2022: 186 Mio. kWh), teilte die Rhenag mit.
"Der im überregionalen Vertrieb sehr preisaggressive Wettbewerb hat seine Spuren hinterlassen." Till Cremer, Rhenag-Vorstand
Auch mit Blick auf diese Perspektive ist das Unternehmen bemüht, sich neben dem klassischen Energievertrieb strategisch stabil aufzustellen.
Eine wichtige Säule dieser Strategie bilden dabei laut Rhenag langfristige Partnerschaften zur operativen Umsetzung von Energie- und Wärmewendeprojekten. Dabei bringe sich die Rhenag als Know-how- und Finanzpartner ein.
Eine weitere Säule der Wachstumsstrategie sei eine schnelle Skalierung des Dienstleistungsgeschäfts. Dafür baue das Unternehmen sein Produktportfolio und die Anzahl der Kooperationen mit Blick auf die aktuellen Anforderungen aus. So können insbesondere kleinere und mittlere EVU im immer anspruchsvoller werdenden Tagesgeschäft schnell und wirksam unterstützt werden. "Mit diesen beiden Standbeinen sichern wir unser Geschäft langfristig ab und erschließen uns bereits kurzfristig neues Wachstum ´beyond Commodity´“, so Cremer.
Personelle Veränderungen
Im April werde der neue Vorstand seine Arbeit aufnehmen. Dessen Umbau hatte Rhenag im November vergangenen Jahres beschlossen. Die Rhenag-Vorständin Catharina Friedrich wechselt in den Westenergie-Konzern, Eon-Manager Jan-Bernd Brüning tritt dafür in den Rhenag-Vorstand ein, wo er zusammen mit Till Cremer und Hans-Jürgen Weck das dann dreiköpfige Vorstandsteam bildet. (am)



