Der Energiekonzern RWE hat den Kauf von Con Edison Clean Energy Businesses (Con Edison CEB) abgeschlossen. Durch die Transaktion werden die Essener nach eigenen Angaben zum viertgrößten Unternehmen für Erneuerbare Energien in den USA und zum zweitgrößten Eigentümer und Betreiber von Solarparks im Land. RWE hat rund 1500 Mitarbeiter in den USA, wie der Energiekonzern mitteilt.
Das neu gegründete Unternehmen trägt den Namen RWEClean Energy, LLC (RWE Clean Energy) und soll das US-Geschäft in den Bereichen Onshore-Wind, Solar und Batterien deutlich ausbauen. Das Portfolio umfasst Erneuerbare-Energien-Anlagen mit einer installierten Leistung von 8 Gigawatt (GW). Projekte von mehr als 24 GW sollen in der Pipeline sein.
Einer der attraktivsten Märkte
Mit Mark Noyes bekleidet ein Manager mit mehr als 30 Jahren Branchenerfahrung den CEO-Posten von RWE Clean Energy. Das Executive Management Team um Mark Noyes setzt sich aus Mitgliedern der bisherigen Führungsteams von RWERenewables Americas und Con Edison CEB zusammen: Ingmar Ritzenhofen wird CFO, Andrew Flanagan CDO (Chief Development Officer) und Akshaya Bhargava COO (Chief Operating Officer).
"Mit der Gründung von RWE Clean Energy bauen wir die Präsenz von RWE in den USA, einem der weltweit attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für Erneuerbare Energien, deutlich aus", sagt Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender der RWE.
Offshore-Flächen gesichert
Rund 60 Prozent des Portfolios von RWE Clean Energy entfallen auf Windkraft an Land und etwa 40 Prozent auf Solaranlagen. Die Wachstumspläne des Unternehmens umfassen mehr als 24 GW in den Bereichen Onshore-Wind, Solar und Batteriespeicher.
Zusätzlich baut RWE die Offshore-Windaktivitäten auf dem schnell wachsenden US-amerikanischen Markt aus. Bei zwei Offshore-Wind-Auktionen im Jahr 2022, in der New Yorker Bucht sowie in Kalifornien, hat sich der Konzern Flächen mit einem Potenzial von insgesamt rund 3,9 GW installierter Leistung (RWE-Anteil) gesichert.
6,8 Mrd. Dollar
Im Zuge der "Growing-Green-Strategie" hatten der Essener Konzern bereits bis zu 15 Mrd. Euro brutto für Investitionen in den USA angekündigt. Weltweit plant RWE bis 2030 Investitionen in Höhe von mehr als 50 Mrd. Euro brutto in das grüne Portfolio. Für Con Edison zahlte das Unternehmen rund 6,8 Mrd. USD.
Finanziert werden die Investitionen durch Fremdkapitalinstrumente und eine Eigenkapitalmaßnahme der Aktiengesellschaft, heißt es. Das Eigenkapital wurde über die Ausgabe einer Pflichtwandelanleihe an eine Tochtergesellschaft von QIA (Qatar Investment Authority) erhöht. Die Pflichtwandelanleihe hat einen Gesamtnennbetrag von 2,4 Mrd Euro und wird in neue, auf den Inhaber lautende Stückaktien gewandelt, die voraussichtlich knapp unter 10 Prozent des Grundkapitals der RWE AG entsprechen (ca. 9,09 Prozent nach der Wandlung). Die Wandlung soll voraussichtlich im ersten Quartal 2023 erfolgen.
Offshore-Anlagen in Kalifornien
Die USA spielen nach Unternehmensangaben eine Schlüsselrolle in der Strategie von RWE, ihr Geschäft mit Erneuerbaren Energien auszubauen und bis 2040 klimaneutral zu werden. Mit der Gründung von RWE Clean Energy hat das deutsche Energieunternehmen seine regionale Präsenz in den USA nun erheblich ausgebaut und ist, von Küste zu Küste, in den meisten Bundesstaaten vertreten.
Zusammen mit dem Joint-Venture-Partner National Grid Ventures sicherte sich RWE bei der Versteigerung von Offshore-Pachtverträgen in der New Yorker Bucht das Gebiet OCS-A 0539 mit einem Potenzial von rund 3,2 GW Leistung (RWE-Anteil: 2,3 GW). Darüber hinaus sicherte sich das Unternehmen das Gebiet OCS-P 0561 in der Auktion für schwimmende Offshore-Windkraftanlagen in Kalifornien, das ein Potenzial für die Entwicklung von bis zu 1,6 GW Kapazität bietet. (jk)



