Die Umsatzerlöse der saarländischen VSE-Gruppe sind im abgelaufenen Geschäftsjahr von 1,417 Mrd. auf 1,239 Mrd. Euro zurückgegangen. Das sei zum Teil auf die Einstellung der Stromproduktion im Kraftwerk Ensdorf Ende 2017 zurückzuführen, sagte Gabriël Clemens, der Technische Vorstand. Wachsen konnten dagegen die Bereiche Telekommunikation, Energiedienstleistungen und technische Services. Das zeige, so kommentiert Clemens, wie wichtig die kontinuierliche Weiterentwicklung mit am Markt stark nachgefragten innovativen Produkten und Dienstleistungen sei.
Als Energiedienstleistungen bietet die VSE innovative Kundenlösungen in der Strom-, Gas- und Wärmeversorgung. Daneben fördert sie den Breitbandausbau, moderne Telekommunikationsdienste sowie flankierende Kooperationen und Forschungsprojekte. Zur VSE-Gruppe gehören Energis, Artelis, VSE NET, Famis sowie die Netzgesellschaften VSE Verteilnetz und Energis-Netzgesellschaft. Die Gruppe verfügt über rund 130 Megawatt (MW) an installierter Windkraft sowie rund 22 MW Photovoltaik.
Am Strommarkt kommt die Energiewende bereits an
Die positive Konjunkturentwicklung sowie die überregionale Akquise hatten 2018 positive Auswirkungen auf die Stromabgabe bei der VSE AG. Sie stieg von 14.866 Gigawattstunden (GWh) auf 16.201 GWh. Die Gasabgabe ging zwar von 16.045 GWh auf 11.112 GWh zurück, die VSE geht aber davon aus, dass die Entwicklung der CO2- und Kohlepreise im laufenden Geschäftsjahr positiven Einfluss auf die Nachfrage an Gas haben wird. Die Wasserabgabe der Energis blieb mit 6,8 Mio. Kubikmeter unverändert auf Vorjahresniveau.
Die VSE-Gruppe forciert weiter den Ausbau der regenerativen Energien im Saarland. Die beiden Windparks Perl-Büschdorf mit 6 MW und Wadern-Felsenberg mit 10,4 MW installierter Leistung wurden 2018 planmäßig in den Regelbetrieb überführt. Mehrere Freiflächenanlagen für Photovoltaik in Höhe von insgesamt 2,3 MW befinden sich zudem derzeit in der Projektierungsphase. Der Mangel an geeigneten Flächen sowie zunehmende Akzeptanzprobleme erschweren allerdings den weiteren Ausbau.
Netzausbau und Kooperationen bringen Mehrwert für Kunden
Die beiden Netzgesellschaften der VSE-Gruppe investierten über 30 Mio. Euro in die Modernisierung und den intelligenten Bau und Betrieb ihrer Energienetze. Der Telekommunikationsdienstleister VSE NET betreibt ein eigenes Glasfasernetz und hat innerhalb von nur 18 Monaten den Ausbau im Regionalverband Saarbrücken nach Vorgaben des kommunalen Zweckverbands Ego-Saar abgeschlossen. Nun haben somit rund 30.000 zusätzliche Haushalte im Regionalverband Zugang zum schnellen Internet mit mindestens 50 Mbit/s Bandbreite.
Die Ende April unterzeichnete Kooperation zwischen VSE NET und Deutsche Telekom erlaubt die gegenseitige Öffnung und Nutzung ihrer Infrastruktur. Damit können rund 400.000 Haushalte und Firmenstandorte im Saarland von den Angeboten der Deutschen Telekom sowie von VSE NET und Energis Highspeed gleichermaßen profitieren. Diese Kooperation ist die erste ihrer Art im Saarland und ermöglicht den Netzzugang Dritter, so wie es die Politik eingefordert hat. (sig)



