Die Stadtwerke im badischen Ettlingen rechnen im laufenden Geschäftsjahr mit einem Verlust in siebenstelliger Höhe. Das prognostizierte Stadtwerke-Geschäftsführer Eberhard Oehler laut einem Artikel der "Badischen Neuesten Nachrichten" bei der Vorstellung des Jahresergebnisses 2019. Aufgrund der coronabedingt noch bestehenden Kontaktbeschränkungen und des limitierten Besucherzugangs zu den Bädern rechnet er mit einem Anstieg der Verluste im Bäderbereich um bis zu eine Mio. auf insgesamt vier- bis viereinhalb Millionen Euro.
Auch im Stromvertrieb schlägt der Konjunktureinbruch durch. Während des Lockdowns wurden laut Oehler rund 20 Prozent weniger Strom an Industrie- und Gewerbekunden verkauft, der Gasabsatz sank in dem Zeitraum ebenfalls um rund zehn Prozent.
Sondereffekte sorgen für Minus in 2019
Das Geschäftsjahr 2019 hat der Kommunalversorger erstmals seit längerem mit einem Minus abgeschlossen. Dieses betrug rund 390.000 Euro. Grund hierfür waren eine Aufstockung der Rückstellungen für Zahlungsverpflichtungen gemäß EEG-Gesetz sowie geringere Beteiligungsgewinne aus dem Offshore-Windpark Baltic 1von EnBW und der Telemaxx-Gesellschaft. Dabei handelte es sich laut Geschäftsfüher Oehler und dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Oberbürgermeister Johannes Arnold, um Sondereffekte.
Verlust eines Großkunden
Weil ein großer Industriekunde seinen Stromvertrag nicht verlängerte, gingen die Umsatzerlöse im Strombereich auf 27,1 Mio. Euro (Vorjahr: 28,2 Mio. Euro) zurück. Ingesamt wurden 187 Mio. kWh Strom verkauft, der Gasabsatz hingegen blieb mit 483 Mio. kWh nahezu konstant. Hier gingen die Umsatzerlöse leicht auf 16,7 Mio. Euro (Vorjahr: 16,9 Mio. Euro) zurück. (hoe)



