"Die Mitarbeiter sind auf das höchste Maß verunsichert": Dies schreibt der Gemeinschaftsbetriebsrat der Stadtwerke Jena in einem Brief an den Aufsichtsrat des Kommunalversorgers. Das Bild zeigt das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke.

"Die Mitarbeiter sind auf das höchste Maß verunsichert": Dies schreibt der Gemeinschaftsbetriebsrat der Stadtwerke Jena in einem Brief an den Aufsichtsrat des Kommunalversorgers. Das Bild zeigt das Verwaltungsgebäude der Stadtwerke.

Bild: © Stadtwerke Jena

Von Artjom Maksimenko

Nach einem deutlichen Ergebnisrückgang muss die Stadt Jena dem Versorger unter die Arme greifen. Auch für das laufende Jahr ist ein Zuschuss der Stadtverwaltung angesichts steigender Investitionen vorgesehen.

Die Stadtwerke Jena haben das abgelaufene Geschäftsjahr mit 14,2 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang des Konzernergebnisses um etwa 60 Prozent. Das geht aus dem Geschäftsbericht der Stadtwerke hervor. Für den Ausgleich der defizitären Sparten im Querverbund hat die Stadt Jena als Eigentümerin der Stadtwerke einen Zuschuss von 1,4 Millionen Euro bereitgestellt.

Überschuss der Energiesparte reicht nicht aus

"Der Zuschuss wird erforderlich, da die Gewinne aus Energie und Wohnen die gestiegenen Verluste im Nahverkehr und in den Bäderbetrieben nicht mehr vollständig ausgleichen konnten", erläuterte eine Unternehmenssprecherin auf ZfK-Anfrage. Insgesamt wurden der Unternehmensgruppe 3,9 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die Energiesparte der Unternehmensgruppe, die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH, hat 2024 einen Überschuss von 32,8 Millionen Euro erzielt. Die Erlöse im Energiesegment lagen jedoch leicht unter dem Vorjahr, unter anderem bedingt durch milde Temperaturen und ein verändertes Abnahmeverhalten. Da diese Gesellschaft neben der Stadtwerke Jena GmbH auch weitere Gesellschafter hat, musste der Überschuss anteilig verteilt werden und stand daher nicht vollständig für den Ausgleich der Verluste in anderen Segmenten zur Verfügung, erläuterte die Sprecherin. Zudem hätten sich die Defizite im Nahverkehr und in den Bäderbetrieben erhöht.

Investitionsbedarf steigt

"Die Investitionen des Jahres 2024 reichen nicht aus, um die vollständige Umsetzung der Energie- und Wärmewende sicherzustellen", fügte sie hinzu. Diese Entwicklung setze sich auch in den kommenden Jahren fort. Dann seien deutlich steigende Investitionen vorgesehen, insbesondere für Gebäudesanierungen, die Transformation der Fernwärmeerzeugung und den Ausbau der Stromnetze. "Diese Investitionen können nur unter der Voraussetzung von Fördermitteln realisiert werden. Die bestehenden Förderprogramme sind zeitlich und finanziell begrenzt und müssen verlängert sowie aufgestockt werden." Nach aktuellem Stand sei deshalb davon auszugehen, dass der Zuschussbedarf im Jahr 2025 weiter steigen werde. "Eine konkrete Höhe kann derzeit noch nicht genannt werden", hieß es aus Jena weiter.

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper