Auf dem VKU-Stadtwerkekongress sind nun die Gewinner des STADTWERKE AWARD 2020 geehrt worden: Ausgezeichnet wurden die Stadtwerke Osnabrück AG, die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG und die swb Erzeugung AG & Co. KG aus Bremen.
Ein starkes Votum aus der Leserschaft der ZfK bestätigt die Entscheidung der Experten-Jury des AWARDS für die Vergabe eines Sonderpreises an die Stadtwerke Halle (Saale) für ihr vorbildliches Mitarbeitergewinnungsprogramm.
1. Stadtwerke Osnabrück: ÖPNV-Konzept Check-in-Be-out-System
Mit dem digitalen ÖPNV-Konzept für das Check-in-Be-out-System gewinnen die Stadtwerke Osnabrück den ersten Platz des STADTWERKE AWARD. Das innovative ÖPNV-Projekt punktet mit einem digitalen Mobilitätsportal als Zugangsplattform für sämtliche Mobilitätsangeboten. Kunden, die das Portal nutzen, können sich bei der Nutzung des ÖPNV via App einchecken und werden automatisch ausgecheckt.
Dann werden die Fahrtinformationen des Kunden für die Laufzeit von einer Woche gesammelt. Im Anschluss erfolgt eine Bestpreisabrechnung auf Wochenbasis, in die sämtliche Ticketprodukte bis zum Wochenticket einbezogen sind. Der Kunde erwirbt so anstelle eines Tickets vor Fahrtantritt eine Fahrberechtigung, die erst im Nachgang in ein preisoptimales Ticket umgewandelt wird.
2. Innsbrucker Kommunalbetriebe: EU-Projekt SINFONIA
Mit dem EU-Projekt SINFONIA zur Steigerung der Energieeffizienz haben sich die Innsbrucker Kommunalbetriebe als erstes österreichisches Unternehmen im Wettbewerb um den STADTWERKE AWARD den zweiten Platz gesichert. Das Smart City-Projekt in der Hauptstadt von Tirol verbindet Sektorenkopplung, Digitalisierung und Energieeffizienz. Der ganzheitliche Ansatz der Innsbrucker Kommunalbetriebe baut auf das nahtlose Ineinandergreifen von einzelnen Teilprojekten für die Sektorenkopplung auf.
Das Projekt SINFONIA beinhaltet die Nutzung der in der Kläranlage entstehenden Energie, die Verbindung von Strom- und Wärmenetzen durch ein Hybridnetz und den Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energieträger. Weitere Projektinhalte bilden die Nutzung von Abwärme zur Heizung eines Bürogebäudes sowie die Power-to-Heat-Anlage mit der der Überschussstrom aus dem Stromnetz in Wärme umgewandelt und zur Beheizung eines Hallenbads verwendet wird.
3. swb Erzeugung: Hybridregel Kraftwerk
Mit einer weiteren innovativen Form der Sektorenkopplung punktet die swb Erzeugung mit ihrem Projekt Hybridregel Kraftwerk und gewinnt den dritten Platz. Im Rahmen des Bremer Projekts wurde ein 14,2 MWh Batteriespeicher gebaut und mit einer Power-to-Heat-Anlage kombiniert. Das Hybridregelkraftwerk koppelt über einen Batteriespeicher die beiden Sektoren Strom und Wärme.
So stellt es die Systemdienstleistung für den Strommarkt und die mögliche überschüssige Stromproduktion in Form von Wärme für die Fernwärmeversorgung bereit. Das Nachladen der Batterie für die positive Regelleistung erfolgt effizient über das vorhandene Heizkraftwerk Hastedt.
Sonderpreis für die Stadtwerke Halle an der Saale
Mit dem Konzept "Neu starten!", das Mitarbeitergewinnung mit einem Beitrag zur Gesellschaft und der Übernahme von sozialer Verantwortung verbindet, gewinnen die Stadtwerke Halle den Sonderpreis. Das Konzept verfolgt das Ziel, dauerhaft erwerbslose Hallenser nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren und zugleich Stellen in der Stadtwerke Halle-Gruppe zu besetzen.
Dies ist auch ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen vorhandene Jugendarbeitslosigkeit. Schüler erhalten im Projektrahmen einen realistischen Einblick in die Berufsanforderungen und können berufsrelevante Kompetenzen ausbauen. Darüber hilft "Neu starten!" jungen Menschen mit Vermittlungshemmnissen, einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle zu finden. (gun)
