Von Artjom Maksimenko
Die Stadtwerke Bochum sind beim Energiedienstleister Unigy eingestiegen. Mit der Beteiligung am Essener Start-up wolle sich der Versorger besser auf die laufenden Transformationen im Energiehandel einstellen, teilten die Stadtwerke mit.
Unigy ist auf die Optimierung von Vermarktungsstrategien im Spothandel spezialisiert. Dafür setzt das Unternehmen auch künstliche Intelligenz ein. Durch die Beteiligung der Stadtwerke würde sich eine "wirtschaftliche und risikoarme" Integration von Erneuerbaren in bestehende Portfolios ergeben, so die strategische Erwartung des Versorgers.
Know-how im Spothandel
Mit dem Einstieg bei Unigy rechnen die Stadtwerke mit mehr Know-how im Energiehandel. "Der Kurzfrist- oder Intraday-Handel von Energie und die schnelle Reaktion auf kurzfristige Änderungen aus der PV- und Windeinspeisung oder auf starke Preisschwankungen wird immer bedeutender", sagte Robert Perić, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum.
Der Versorger war schon zuvor Kunde und habe bereits von der Dienstleistung von Unigy wirtschaftlich profitiert. Nun habe sich die Möglichkeit ergeben, "mit einer Beteiligung an diesem spannenden Unternehmen einen Schritt weiterzugehen und die Partnerschaft zu intensivieren", so Perić weiter. Zu den finanziellen Hintergründen der Beteiligung teilte das Unternehmen nichts mit.
Zweiter Kommunalversorger neben Rhönenergie
Neben dem osthessischen Energieversorger Rhönenergie Fulda, der an Unigy seit 2020 beteiligt ist, kommt mit Bochum ein weiterer kommunaler Versorger als Beteiligter hinzu. "Mit den Stadtwerken Bochum arbeitet die Rhönenergie Gruppe schon in vielen Bereichen vertrauensvoll zusammen – unter anderem auch in der Stadtwerke-Kooperation Trianel", sagte Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der Rhönenergie-Gruppe. "Bochum tickt wie wir." Das Unternehmen agiert bereits im Auftrag zahlreicher Stadtwerke und erhielt 2022 den Gründerpreis NRW des Landeswirtschaftsministeriums und der NRW.Bank.
"Die strategische Partnerschaft mit den Stadtwerken Bochum versetzt uns in die Lage, unser Geschäftsmodell weiter zu skalieren. Uns als geschäftsführenden Gesellschaftern war es wichtig, einen starken Partner zu gewinnen, der auf Augenhöhe agiert und mit dem wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen können. Es freut uns sehr, dass uns dies mit den Stadtwerken Bochum gelungen ist", ergänzt Hind Seiferth, CEO von Unigy.
Neben den vier Gründungsgesellschaftern Hind Seiferth (CEO), Khouschnaf Ibrahim (CTO), Jan Knoche (CFO) und Matthias Lohse (COO) ist Rhönenergie Fulda an Unigy beteiligt. Mit der Beteiligung der Stadtwerke Bochum erhöht sich die Anzahl nun auf sechs zu gleichen Teilen beteiligte Gesellschafter.
