Nach den Insolvenzen der Energiediscounter DEG Deutsche Energie und Bayerische Energieversorgung (BEV) wird von verschiedenen Marktbeobachtern das bonigetriebene Geschäftsmodell großer Online-Vergleichsportale wie Verivox und Check24 kritisiert. "An den jüngsten Insolvenzfällen zeigt sich, dass der Preiskampf auf den Vergleichsportalen zu absurden Discount-Geschäftsmodellen führt", zitiert die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" in ihrer aktuellen Ausgabe den Sprecher der Bochumer Stadtwerke Kai Krischnak.
Über Provisionen zu einer guten Platzierung
Laut dem Artikel meiden viele Stadtwerke im Ruhrgebiet bewusst die beiden Preisvergleichs-Plattformen. Kritisch äußern sich neben Bochum unter anderem die Stadtwerke Essen, der Mülheimer Versorger Medl, Enervie aus Hagen sowie die Dortmunder DEW21. Ein Sprecher der Stadtwerke Essen begründet die Zurückhaltung damit, "dass auf den Portalen mit hohen Bonuszahlungen und Lockangeboten geworben wird". Den Verbrauchern werde der Eindruck vermittelt, dass die Angebote aller Strom- und Gasanbieter objektiv miteinander vergleichbar wären, heißt es beim Mülheimer Energiedienstleister Medl. "Doch oft sind Provisionszahlungen ein Hebel für die Energieversorger, um sichtbarer in den Rankings platziert zu werden", so ein Medl-Sprecher.
Verivox und Check24 widersprechen
Die Höhe der Provisionszahlung spiele keine Rolle für das Ranking, widersprechen hingegen Verivox und Check24. Die Vergleichsergebnisse basierten ausschließlich auf dem Effektivpreis im ersten Vertragsjahr, so ein Verivox-Sprecher. Udo Sieverding von der Verbraucherzentrale NRW meldet da Zweifel an. Die Portale müssten sich den Vorwurf gefallen lassen, dass die Provisionen einen Einfluss auf die Darstellung haben. "Sicher nicht plump und direkt, aber zum Beispiel indirekt über die Auswahl der Voreinstellungen und das Layout der Website", so Sieverding. (hoe)


