Julien Mounier ist seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Julien Mounier ist seit Jahresbeginn Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Düsseldorf.

Bild: © Stadtwerke Düsseldorf

Bis 2035 will die Großstadt Düsseldorf  klimaneutral sein. Die Stadtwerke Düsseldorf (SWD) haben diese Zielsetzung in den Mittelpunkt ihrer laufenden Neuausrichtung gestellt. Zentrale Säulen sollen dabei unter anderem der Ausbau der E-Mobilität (aktuell betreiben die SWD bereits mehr als 1000 Ladepunkte) und der Wasserstoffwirtschaft, die Abwärmenutzung, der Ausbau der Kreislaufwirtschaft, aber auch die Digitalisierung sein, heißt es in einer Pressemitteilung .

„Wir wollen hier Vorreiter sein und darauf richten wir uns konsequent aus“, erklärte der neue Vorstandsvorsitzende Julien Mounier bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2020. Der frühere BS-Energy-Chef war zum Jahresbeginn aus Braunschweig an den Rhein gewechselt.
 

Nutzung industrieller Abwärme soll ausgebaut werden

Aktuell konkretisieren die Stadtwerke bereits Investitionen etwa zur Integration industrieller Abwärme in das Düsseldorfer Wärmesystem sowie in Erzeugung und Verteilung von lokal erzeugtem Wasserstoff. Konkret geht es um die Entwicklung eines regionalen Wasserstoff-Marktes gemeinsam mit Partnern. Im Oktober soll der Prozess der Neuausrichtung abgeschlossen sein.

Das Coronajahr 2020 haben die Stadtwerke Düsseldorf erfolgreich abgeschlossen. Der Umsatz kletterte auf  2,07 Milliarden Euro (2019: 1,92 Milliarden), das Ergebnis vor Steuern lag mit 77,1 Millionen Euro coronabedingt zwar deutlich unter dem Vorjahreswert von 90,9 Millionen, aber laut Unternehmen immer noch über Plan.

Starke Verbrauchsschwankungen bei Industrie- und Geschäftskunden

Hier wirkten sich laut Geschäftsbericht insbesondere die starken Verbrauchsschwankungen der Geschäfts- und Industriekunden in der ersten Lockdownphase und die damit verbundene Rückvermarktung der Energiemengen zu niedrigeren Marktpreisen negativ aus.

„Unter dem Strich sind wir mit dem Geschäftsjahr 2020 sehr zufrieden. Denn wir sehen, dass wir in einer sehr robusten Verfassung sind“, resümierte Finanz-Vorstand Hans-Günther Meier.

Investitionen in Fernwärme und Funktechnik

Das gute Ergebnis ermöglicht im laufenden Jahr Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro. Davon fließt ein erheblicher Teil in den Ausbau der Fernwärme. Weitere Mittel gehen in Digitalisierungsprojekte, die sowohl Effizienz- als auch Qualitätsverbesserungen bringen. Als Beispiel werden der weitere Rollout der Funktechnik CDMA450 sowie der Einbau von modernen Mess-Systemen für die Digitalisierung der Versorgungsinfrastruktur genannt.

Geprüft wird zudem die Weiterentwicklung des Standortes der Müllverbrennungsanlage in Flingern zu einem modernen Ressourcencenter, „bei dem die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft von Anfang an mitgedacht werden“, heißt es. 

Optimierung des Bestandsgeschäfts und Entwicklung neuer Produkte

Um die Ertragskraft der Stadtwerke weiter zu stärken, werde eine konsequente Performance-Orientierung in allen Unternehmensteilen angestrebt. Dabei spielt der Vertrieb eine zentrale Rolle: „Wir arbeiten intensiv an zwei gleichwertigen Grundpfeilern unseres Markterfolges: Zum einen an der Stärkung und Optimierung des klassischen Geschäftes und zum anderen an der Entwicklung neuer, erfolgreicher Produkte und Dienstleistungen, insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien und der Ladeinfrastruktur“, so Vertriebsvorstand Manfred Abrahams.  

Gleichzeitig weist er auf die besondere Bedeutung der Digitalisierung auch im Vertrieb hin: „Im Fokus unserer Investitionen stehen unter anderem eine weitere Verbesserung des Kundenerlebnisses auf unseren Online-Kanälen sowie die Datensicherheit. Das sind für uns ganz wesentliche Treiber, um die Kundenzufriedenheit und damit den Kundenstamm auf hohem Niveau halten zu können.“  (hoe)

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