Die Stadtwerke Köln GmbH hat das Geschäftsjahr 2023 mit Überschuss in Höhe von 88 Mio. Euro (2022: 68,4 Mio.) abgeschlossen. Von diesem Betrag fließen 50 Mio. Euro an die Stadt Köln, teilte der Konzern mit (2022: 40 Mio. Euro). Weitere 38,0 Mio. Euro werden in die Gewinnrücklagen eingestellt (2022: 28,4 Mio. Euro). Der Konzern beteiligt sich ein einer Reihe von Unternehmen, wie beispielweise Netcologne GmbH (100 Prozent), Kölner Verkehrsbetriebe (90 Prozent). Das Schwergewicht der Holding bildet allerdings der regionale Energieversorger Rheinenergie (80 Prozent).
Über die Ergebnisabführung hinaus leistete der Stadtwerke-Köln-Konzern weitere Beiträge zur Wertschöpfung für die Rheinmetropole. Insgesamt lagen diese bei 504,5 Mio. Euro (2022: 352,7 Mio. Euro).
Positive Ergebnisentwicklung
Der Jahresüberschuss des gesamten Stadtwerke-Köln-Konzerns erreichte 2023 mit 264,6 Mio. Euro einen neuen Rekordwert. Vor einem Jahr lag er noch bei 122,7 Mio. Euro. Diese positive Entwicklung begründet der Versorger mit den Preissprüngen an den Energiemärkten, von denen vor allem das Geschäftsfeld Energie und Wasser profitieren konnte. Die übrigen Geschäftsfelder konnten ihre Ergebnisbeiträge leicht ausbauen oder konstant halten, hieß es aus Köln.
"Der Stadtwerke Köln Konzern bleibt mit seiner Innovationskraft und wirtschaftlichen Stärke eine wichtige Triebfeder für die anstehenden Transformationsaufgaben", betonte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Stadtwerke Köln, Andreas Feicht, bei der Vorstellung der Bilanz. Die Aufgaben umfassen hohe Investitionssummen, die der Stadtwerkekonzern zu stemmen hat. 2023 investierten die Konzerngesellschaften in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Finanzanlagen rund 646 Mio. Euro. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber 2022 von rund 147 Mio. Euro. Hauptinvestitionsschwerpunkt im Geschäftsfeld Energie und Wasser lag 2023 bei dem Erhalt und der Erweiterung der bestehenden Versorgungsanlagen und sowie der Netze für Strom, Gas, Wasser und Wärme. Kostenpunkt: rund 258 Mio. Euro (Vorjahr: 176 Mio. Euro).
Hoher Investitionsbedarf
Bis 2035 "werden die Stadtwerke Köln rund 10 Mrd. Euro in die Erweiterung, die Modernisierung und die Transformation unserer Infrastrukturen und Angebote investieren", sagte Feicht weiter. Angesichts der Größe dieser Investitionsvorhaben beschäftige sich das Unternehmen mit Fragen ihrer Finanzierung bei Erhalt der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.
"Wir haben ein Ergebnissicherungskonzept entwickelt, in dem wir Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung identifiziert haben. Zugleich zeigen wir auf, in welchen Bereichen die Finanzierung der Aufgaben möglich ist und wo wir an unsere Grenzen stoßen", so Feicht weiter. Trotzdem zeigte er sich überzeugt, diese Herausforderungen der Zukunft "im Einklang zwischen der SWK, den Konzerngesellschaften und der Stadt Köln" meistern zu können.
Verkehrswende braucht Geld des Bundes
Einen weiteren wichtigen Schwerpunkt der Investitionen bildet der ÖPNV-Bereich. Hier fordern die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) Unterstützung vom Bund. Dieser dürfe wie beim Deutschlandticket nicht nur reinreden, sondern müsse sich auch an den Kosten beteiligen, sagte KVB-Vorstandsvorsitzende, Stefanie Haaks, dem Lokalsender "Radio Köln".
Die KVB steigerte ihre Investitionen erneut gegenüber dem Vorjahr auf rund 163 Mio. Euro (Vorjahr: 126 Mio. Euro). Stand jetzt seien in Köln bis auf die Nord-Süd-Bahn und die Ost-West-Achse keine der Ausbauprojekte im ÖPNV finanziell umsetzbar.
"Wir haben alle Zahlen, Daten und Fakten zur Verfügung gestellt. Wir haben auf die entsprechenden Maßnahmen ein Preisschild geklebt. Es geht natürlich auch um Umsetzbarkeit; es braucht die Bau- und Planungs-Kapazitäten", fügte Feicht hinzu. (am)
