Block 2 im Heizkraftwerk Nord der Stadtwerke München wird aktuell noch mit Kohle betrieben, ab September soll die Anlage mit Gas betrieben werden.

Block 2 im Heizkraftwerk Nord der Stadtwerke München wird aktuell noch mit Kohle betrieben, ab September soll die Anlage mit Gas betrieben werden.

Bild: © Stadtwerke München/Felix Steck

Block 2 im Heizkraftwerk Nord in Unterföhring wird von den Stadtwerken München (SWM) bis zur Revision im Sommer 2024 noch mit Kohle gefahren. Danach wird der Block Mitte September wieder mit Gas angefahren und in einem Lastbereich ab 20 Prozent betrieben. Der Kohlebetrieb sei weiterhin möglich, aber in der Regel nicht vorgesehen.

Mit dieser Klarstellung via Pressemitteilung haben die SWM am gestrigen Donnerstag (4. Januar) auf die Forderungen der Gemeinde Unferföhring und einiger Vertreter des Stadtrates nach mehr Transparenz in Bezug auf die künftige Nutzung der Anlage reagiert. Diese war in einem großen Bericht und einem dazugehörigen Kommentar im Lokalteil der „Süddeutschen Zeitung“ artikuliert worden.

SWM: CO2-Ausstoß im reduzierten Gas-Betrieb niedriger als mit Kohle

„Im Artikel und im Kommentar wird der Eindruck erweckt, der Kohleausstieg und die Klimafolgen der Fahrweise des Blocks 2 im HKW Nord im Gasbetrieb seien unsicher. Dies ist nicht der Fall“, versichern die SWM.

Der CO2-Ausstoß des Blocks belaufe sich nach aktueller Hochrechnung des Unternehmens für die Jahre 2023 bis inklusive 2028 auf ca. 4,9 Mio. Tonnen und liege damit um etwa 1 Mio. Tonnen niedriger als der technisch mögliche Kohlebetrieb.

Aus dem Umfeld der Initiatoren des erfolgreichen Bürgerentscheids „Raus aus der Steinkohle“ von 2017 war behauptet worden, die SWM könnten den Gasblock künftig voll auslasten und damit höhere CO2-Emissionen verursachen als bei gedrosseltem Kohlebetrieb. Der Block 2 des HKW Nord produziert Fernwärme und Strom.

"Nehmen Auftrag aus Bürgerentscheid sehr ernst"

Ursprünglich sollte der Ausstieg aus der Kohle bis 2022 erfolgen, wegen der Energiekrise infolge des Kriegs in der Ukraine war dieser Schritt mehrfach verschoben worden. Man nehme den Auftrag aus dem Bürgerentscheid sehr ernst, heißt es von Seiten des größten Stadtwerks in Deutschland. Die Umstellung von Kohle auf Gas solle nun realisiert werden.

Konzept für weitere Standort-Entwicklung am HKW Nord

Unter Berücksichtigung der planerischen Vorstellungen der Gemeinde Unterföhring (Bebauungsplan) hätten die SWM darüber hinaus ein Konzept für die weitere Entwicklung des Standorts HKW Nord ausgearbeitet.

Dieses sehe unter anderem die Nutzung von Biomasse zur Strom- und Wärmeerzeugung, von Wärmepumpen zur Wärmebereitstellung, von Photovoltaik zur Stromerzeugung und – sofern der Zugriff auf die Thermalwasserressource im Untergrund sichergestellt werden kann – die Nutzung von Tiefengeothermie zur Wärmebereitstellung vor.

Über ihre Pläne hätten die SWM den Münchner Stadtrat sowie auch die Gemeinde Unterföhring informiert und würden auch weiterhin transparent darüber informieren.

"Derzeitiger Betrieb von der Genehmigungslage gedeckt"

Die SWM würden bei der Weiterentwicklung des Standorts HKW Nord natürlich stets auf Grundlage der rechtlichen Rahmenbedingungen agieren und Genehmigungen, soweit erforderlich, rechtzeitig einholen. Dies werde in den entsprechenden Projektplanungen berücksichtigt. Auch der derzeitige Betrieb sei "selbstverständlich von der Genehmigungslage gedeckt". (hoe)

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