Vor einem Jahr haben die Städte Coesfeld und Borken im Westmünsterland das operative Geschäft ihrer Stadtwerke in dem Gemeinschaftsunternehmen Emergy zusammengelegt. "Wir heben mit dem Modell Synergien auf dem Niveau einer Fusion. Gleichzeitig erhalten wir den Gestaltungseinfluss der Kommunen und die Stärke der regionalen Marken und der Vor-Ort-Präsenz", sagt Emergy-Geschäftsführer Markus Hilkenbach im Gespräch mit der ZfK. Die beiden Unternehmen beschäftigen rund 380 Mitarbeiter und erwirtschaften Umsatzerlöse von rund 200 Mio. Euro.
Im ersten Jahr habe man über den Gemeinschaftsbetrieb bereits beachtliche Synergien heben können. Durch die Bündelung der Ressourcen profitierten beide Unternehmen aber auch bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und verfügten über einen höheren Spezialisierungsgrad. Ziel sei es, sich von einem reinen Energieversorger hin zu einem Infrastruktur-Dienstleister in der Region zu entwickeln, sagt Hilkenbach. Dabei wolle man als Dienstleister wie eine Art Thinktank für die Kommunen Themenfelder aufnehmen und bearbeiten. Konkret stehen dabei unter anderem Themen wie ein gemeinsames Parkleitsystem für beide Kreisstädte, eine Bürger-App und ein gemeinsames Car- und Bikesharing-System im Fokus.
Optimistischer Ausblick
Derartige weitreichende Kooperationen, wie hier im konkreten Fall Emergy, werden künftig in der Kommunalwirtschaft zunehmen, prognostiziert der frühere Unternehmensberater, der seit Juni 2010 die Wirtschaftsbetriebe der Stadt Coesfeld leitet und seit Februar 2016 zudem den Geschäftsführerposten bei den Stadtwerken Borken innehat. Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen der Kommunalwirtschaft gibt sich der 44-Jährige optimistisch.
"Nicht austausch- und skalierbar"
Themen wie Digitalisierung und Kundenansprache böten auch Stadtwerken neue Differenzierungsmöglichkeiten. "Infrastruktur- und Dienstleistungsaufgaben werden aus meiner Sicht immer einen lokalen Charakter haben. Es wird darum gehen, sich einen eigenen Burggraben zu bauen – mit Themen, die nicht so leicht austauschbar oder skalierbar sind", stellt er klar. Wenn das im relevanten Markt bei Kunden und Kommunen gelinge, "haben wir auch in Zukunft eine echte Lebensberechtigung". (hoe)
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Das vollständige Interview und einen umfassenden Hintergrundartikel zur Entwicklung von Emergy lesen Sie in der März-Ausgabe der ZfK, die Anfang dieser Woche erschienen ist.
