Die Gaspreise befinden sich weiterhin auf Rekordniveau.

Die Gaspreise befinden sich weiterhin auf Rekordniveau.

Bild: © Ayesha Firdaus/Unsplash

Der Dienstag brachte an den Energiemärkten eine kleine Verschnaufpause nach einem Wochenauftakt mit neuen Rekordpreisen. Schoss der Frontjahreskontrakt Strom im Base am Montag noch auf 206 Euro pro MWh, gab der Preis am Dienstag leicht nach.

Auch der CO2-Preis, einer der Hauptfaktoren des Strompreisanstiegs in den vergangenen Wochen, zeigte am Dienstag nach unten und notierte mittags knapp unter der 80-Euro-Marke.

Schwierige Situation am Gasmarkt

Die Gaspreise dagegen zogen nach einem Preissprung am Montag von mehr als zehn Euro pro MWh am Handelspunkt TTF (Day-Ahead) weiter an. Grund dafür waren kalte Wetteraussichten, Zweifel über die Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 und weiterhin geringe Gasflüsse insbesondere über die durch Polen laufende Jamal-Pipeline.

Die Situation bleibt also schwierig für Gasversorger.

Bestandskunden nicht betroffen

Auch die Stadtwerke Paderborn schlugen nun einen Weg ein, den manche der Wettbewerber schon vor ihnen gewählt haben. Seit 9. Dezember nehmen sie im Gasbereich keine Neukunden mehr auf.

"Leider können wir derzeit kein Erdgas-Produkt anbieten", teilen die Stadtwerke auf ihrer Homepage mit. Geschlossene Verträge von Bestandskunden seien davon nicht betroffen.

Mehrere hundert Neukunden

Die Stadtwerke erklären, dass zusätzlich zu den bestehenden Handels- und Marktturbulenzen im November mehrere hundert Neukunden zu ihm gekommen seien, da Energieversorger ihren Kunden die Verträge gekündigt oder massive Preiserhöhungen für das Jahr 2022 vorgenommen hätten.

"Somit wurde innerhalb kürzester Zeit unsere maßgebliche Beschaffungsmenge für unsere Neukunden erreicht."

Höhere Gaspreise

Auch im Strombereich sei es "sehr gut möglich, dass wir kurzfristig zu einer solchen Entscheidung kommen müssen", erklärt Geschäftsführer Christian Müller auf Nachfrage der ZfK. "Dies hängt von der Anzahl der zu uns wechselnden Neukunden ab."

Wie viele andere Energieversorger hatten auch die Stadtwerke Paderborn höhere Gaspreise für das kommende Jahr angekündigt. Demnach steigt der Arbeitspreis im Standarftarif brutto um 0,50 Cent pro kWh und der Grundpreis um 0,76 Euro pro Monat.

Beschaffung über Dienstleister

Die Stadtwerke sind nicht Grundversorger in Paderborn. Diesen Status hat sowohl im Strom- als auch im Gasbereich Energiekonzern Eon inne. Deshalb müssen sich die Stadtwerke auch nicht für Kunden rüsten, die beispielsweise bedingt durch Insolvenz anderer Versorger in der Ersatzversorgung landen.

Die Stadtwerke Paderborn haben keine eigene Handelsabteilung, sondern beschaffen Energie über einen Dienstleister. Nach eigenen Angaben beschaffen sie Energie nicht über den Spotmarkt. (aba)

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