Die Stadtwerke Flensburg arbeiten in verschiedenen Forschungsprojekten mit der Hochschule Flensburg zusammen, um gemeinsam nach Lösungen rund um eine umweltschonende Wärmeversorgung der Stadt zu suchen.
Im kürzlich abgeschlossenen Projekt „Elektrizitätsnetzgekoppelte Fernwärmeversorgung ENKF 2020“wurde detailliert untersucht, wie Strom- und Wärmeerzeugung besser kombiniert werden können. Dazu hat die Hochschule für verschiedene Anlagen zur Wärmeerzeugung mit unterschiedlichen Einzeltechnologien ermittelt, welche Einsatzvarianten am besten sind. Zum Einsatz kamen Simulationen und mathematische Optimierungsmodelle, die stundengenau die Fahrweise eines Erzeugungsparks mit unterschiedlichen Erzeugungsanlagen in den Blick nehmen. In die Analyse einbezogen wurden auch der Börsenstrompreis. Hinzu kam eine Bewertung der CO2-Emissionen.
KWK überzeugt auf ganzer Linie
Ergebnis des Projektes ist, dass die Energieerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung wie im Flensburger Kraftwerk sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich kurz- bis mittelfristig vorteilhaft ist. Die Wärmeerzeugung aus Strom ist aus heutiger Sicht nur sinnvoll und wirtschaftlich, wenn – Stichwort Steuern und Abgaben – die regulatorischen, also politisch vorgegebenen Rahmenbedingungen andere wären.
In einem zweiten Projekt geht es um die Erzeugung von Wärme direkt aus der Sonneneinstrahlung. Wie im ersten Projekt wird auch hier analysiert, welcher Erzeugungsmix und welche Konzepte wirtschaftlich und aus umwelttechnischer Sicht optimal sind.
SW wollen für Wasserstoffeinsatz gerüstet sein
Zwei weitere Studien beschäftigen sich mit dem „Einsatz von Wasserstoff in der Energieerzeugung“. Maik Render, Geschäftsführer der Stadtwerke Flensburg, ist gespannt auf die Ergebnisse: „Wasserstoff ist ein Thema, das gerade in aller Munde ist. In der Energieerzeugung gibt es aber unseres Wissens nach noch keine Anlage, die Wasserstoff aus erneuerbaren Energien in großtechnischem Maßstab und in den Mengen, die wir benötigen würden, erzeugen kann", so Render.
"Unsere neue Gas- und Dampfturbinenanlage (GuD) Kessel 12 und die nächste GuD-Anlage Kessel 13 sind zukunftsfähig und beide darauf ausgerichtet, mindestens 50 Prozent Wasserstoff verbrennen zu können. Natürlich möchten wir uns rechtzeitig auf Wasserstoff vorbereiten und zusammen mit der Hochschule verschiedene Szenarien und Möglichkeiten durchspielen, damit wir mit Wasserstoff sofort loslegen können, wenn es soweit ist“, erklärte der Stadtwerke-Chef (amo).
