1,3 Mio. Euro stehen als Minus für das Jahr 2018 bei den Stadtwerken Walldorf 2018 unter dem Strich. Ein Blick in die einzelnen Geschäftsfelder zeigt aber, dass sich die Zahlen für Strom, Wasser und den Dienstleistungssektor binnen Jahresfrist durchaus verbessert haben. 700.000 Euro geringer fiel dadurch der Verlust aus, im Vorjahr hatte das Minus noch rund zwei Millionen betragen. Ursprünglich war auch für dieses Jahr mit einem höheren Minus gerechnet worden – die Planungen fü 2018 hatten ursprünglich eine Minus von 1,9 Millionen ausgewiesen.
Die Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ) schreibt dementsprechend: „Verantwortlich dafür, dass die Stadtwerke überhaupt rote Zahlen schreiben, ist der Aqwa Bäderpark. Aufgrund einer Vielzahl von Unterhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen, aber auch gestiegener Personalkosten hat sich der Aqwa-Verlust um 260.000 auf rund drei Millionen Euro erhöht.“ Das Freibad hatte 166.000 Besucher, die Sauna 49.000. Für das Hallenbad wurden 163.000 Eintrittskarten verkauft, aber speziell hier beklagen wie Walldorfer eine Kostendeckung von lediglich 23 Prozent.
Gesundes Kerngeschäft
Profitable Geschäftsfelder für die Stadtwerke sind Strom- und Gasvertrieb. Aufgrund einer Preissenkungen und des warmen Winters ging hier das Ergebnis von 715.000 auf 320.000 Euro zurück – aber das Geschäft ist stabil. Gut läuft es auch beim Wasser: ein Minus von 131.000 konnten die Walldorfer in 2018 zu einem Gewinn von 224.000 Euro wandeln. Gründe dafür sind eine Preiserhöhung, der trockene Sommer 2018 und niedrigere Unterhaltungskosten als im Vorjahr.
Dem Stromgeschäft kam zugute, dass die zuständige Regulierungsbehörde eine Anhebung der Erlösobergrenze genehmigte. Dadurch stieg der Erlös von einem Minus, das 144.000 Euro betragen hatte, bis auf 572.000 Euro in den Gewinnbereich: „Wir hatten vorübergehend nicht die Erlöse, die uns zustanden“, kommentiert Geschäftsführer Matthias Gruber gegenüber der RNZ. Die Preise für Strom stiegen im übrigen für die Verbraucher nur mäßig an, weil die Walldorfer Stadtwerke als Dienstleister der Allgemeinheit ihre Margen nach unten korrigiert haben.
Auch SAP vertraut auf die Stadtwerke Walldorf
In der Sparte Dienstleistungen steigerten sich die Einnahmen von 227.000 auf jetzt 557.000 Euro: Mit der Fertigstellung des Rechenzentrums wurde die Grundlage für ein weiteres Geschäftsfeld gelegt, die Beteiligung an einem Ingenieurbüro für Telekommunikations-Dienstleistungen wurde von 51 auf 90 Prozent aufgestockt, so die RNZ. Beim Glasfasernetz, das eine große Investition bedeutete, gehen die Verluste bereits zurück, „sodass die schwarze Null greifbar wird“, wie Gruber der RNZ sagte. Als Beweis für die Schlagkraft seiner Stadtwerke führte er an, „dass man inzwischen auch für die Gemeinde Nußloch und die SAP tätig ist“. (sig)



