Über 200 Grundversorger haben seit dem 1. Januar ihre Preise für Strom und Gas gesenkt. Dennoch liegen in der Grundversorgung noch 90 Prozent der Gastarife über der Preisbremse, beim Strom sind es 76 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Online-Vergleichsportals „Check24“. Hintergrund sind die seit Monaten stetig sinkenden Großhandelspreise für Strom und Gas.
Seit Jahresbeginn gab es demnach 102 Fälle von Strompreissenkungen in der Grundversorgung. Davon profitierten rund 3,3 Millionen Haushalte. Die Senkungen betragen im Schnitt fünf Prozent im Vergleich zum 1.1.2023. Gleichzeitig haben aber auch seit Beginn des Jahre 85 Grundversorger ihre Preise erhöht und das trotz Strompreisbremse. Betroffen davon sind rund 4,9 Millionen Haushalte, die Erhöhungen betragen im Schnitt 24 Prozent.
Trotz Senkungen liegen in der Grundversorgung noch 76 Prozent der Stromtarife über der Strompreisbremse. In der Alternativversorgung sind bereits 88 Prozent der Tarife günstiger als die Preisbremse.
"In der Energiekrise mussten Verbraucher*innen so viel für Strom bezahlen wie nie zuvor", sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. Nun sinken vor allem bei alternativen Versorgern die Preise wieder. Im Vergleich zur Grundversorgung ließen sich so zusätzlich zur Strompreisbremse im Schnitt 512 Euro sparen.
Gas: 109 Preissenkungen und 44 Anhebungen in der Grundversorgung
Im Gasbereich wurden seit Januar 2023 in 109 Fällen die Preise in der Grundversorgung gesenkt, die Reduktionen belaufen sich im Schnitt auf neun Prozent. Seit Beginn des Jahres haben aber auch 44 Grundversorger die Preise erhöht – trotz Gaspreisbremse. Trotz Senkungen liegen in der Grundversorgung noch 90 Prozent der Gastarife über der Gaspreisbremse. In der Alternativversorgung sind bereits 80 Prozent der Tarife günstiger als die Preisbremse.
Der Gaspreis im Großhandel ist auf den niedrigsten Stand seit über einem Jahr gefallen. „Gas war für Verbraucher*innen in den vergangenen Monaten extrem teuer“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Nun sind allerdings die Großhandelspreise deutlich gesunken und die alternativen Anbieter reagieren darauf mit günstigen Angeboten für Neukund*innen. Im Vergleich zur Grundversorgung könnten Familien zusätzlich zur Gaspreisbremse im Schnitt 603 Euro sparen."
Verivox: "Preisniveau bleibt hoch"
Ähnlich ist der Tenor beim Vergleichsportal Verivox. Laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (Montag) senken im Mai, Juni und Juli insgesamt 91 Strom- und 80 Gasfirmen ihre Tarife. Strom wird demnach im Schnitt um rund 14 Prozent günstiger, Gas um 23 Prozent.
Die Rekordpreise der Energiekrise seien vorbei, insgesamt jedoch «bleibt das Preisniveau hoch», heißt es der Zeitung zufolge in der Analyse. So liegen laut Verivox noch immer knapp 80 Prozent aller Strom- und fast 90 Prozent aller Gastarife in der Grundversorgung über den Preisbremsen, die seit Januar gelten und die Bürger bei den Energiekosten entlasten sollen. (hoe/dpa)
