Die Süwag konnte 2024 ihre Kundenanzahl deutlich steigern.

Die Süwag konnte 2024 ihre Kundenanzahl deutlich steigern.

Von Artjom Maksimenko

Die Süwag konnte das Geschäftsjahr 2024 mit einem höheren Überschuss abschließen als im Vorjahr, dieser lag bei 161 Millionen Euro (2023: 132 Mio. Euro). Ihre Investitionen steigerte die regionale Eon-Tochtergesellschaft auf 277 Millionen Euro (2023: 252 Mio. Euro), rund 250 Millionen davon entfielen auf Ausbau und Digitalisierung der Netzinfrastruktur. In den kommenden fünf Jahren plant Süwag nach eigenen Angaben Investitionen von insgesamt über 1,2 Milliarden Euro.

Dieser eindeutige Investitionsschwerpunkt offenbart auch den größten Handlungsbedarf. Aufgrund der hohen Dichte an Rechenzentren gilt die Frankfurter Region als einer der größten Lastschwerpunkte im deutschen Stromnetz. Ihr Energiehunger sei mit der einer Stadt mit 1,6 Millionen Einwohner vergleichbar, sagte Süwag-Vorstand Sebastian Lührs im Gespräch mit Journalisten.

110-kV-Netz am Limit

Dieser Lastschwerpunkt sei zugleich die Besonderheit in der Frankfurter Region. Während die Süwag im vergangenen Jahr mit über 25.000 Erneuerbaren-Erzeugungsanlagen ohne übermäßige Engpässe anschließen konnte, sei die Auslastung der Netzkapazität auf 110-kV-Ebene auf der Verbrauchsseite weitgehend ausgeschöpft. "Der Anschluss größerer Verbraucher an das Hochspannungsnetz ist in den nächsten zehn Jahren nicht möglich", räumte Lührs ein. Hierfür sei der Ausbau der Netzkapazitäten auf höheren Ebenen nötig.

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt der Süwag liegt im Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit der Gründung zweier Projektgesellschaften zur Entwicklung von Wind- und Solaranlagen sowie der Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke – darunter das Kraftwerk Cramberg – stellt Süwag die Weichen für ein nachhaltiges Energieportfolio. Das Ziel, bis 2030 auf ein grünes Erzeugungsvolumen von einer Milliarde Kilowattstunden zuzugreifen, unterstreicht den Transformationsdruck im Energiemarkt.

Erfolge im Vertrieb

Beachtenswert ist auch die positive Entwicklung im Vertrieb. Aktuell zähle der Versorger über 800.000 Strom- und Gasprivatkunden. Einen besonders starken Zuwachs gab es allerdings im B2B-Geschäft, der Kundenstamm hier sei um 11 Prozent gestiegen. "Wir haben uns zum richtigen Zeitpunkt auf die kleinen und mittelständischen Unternehmen konzentriert und dabei unser Dienstleistungsportfolio entsprechend angepasst und erweitert", erläuterte Vorstandsmitglied Mike Schuler, der unter anderem Vertrieb, Erzeugung und Strategie verantwortet.

Neben dem klassischen Erdgas- und Stromvertrieb gewinne zudem das Thema Abwärme an Bedeutung. Die Süwag arbeitet dafür intensiv an der Entwicklung klimafreundlicher Wärmelösungen. Die Gründung der Wärmeversorgung Hattersheim GmbH zeigt, dass kommunale Partnerschaften eine Schlüsselrolle bei der Wärmewende spielen sollen. Angesichts der hohen Anzahl von Industrieunternehmen und Rechenzentren in der Region werde sich dieser Geschäftsbereich künftig sehr stark entwickeln, zeigt sich Schuler überzeugt.

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