Der Veolia-Konzern bleibt auf Expansionskurs.

Der Veolia-Konzern bleibt auf Expansionskurs.

Bild: © Veolia

Im erbitterten Übernahmekampf zwischen den Abfallentsorgern Suez und Veolia ruft die französische Regierung zu Gesprächen auf. «Es muss eine gütliche Einigung zwischen Suez und Veolia geben», forderte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Dienstag im Nachrichtensender Franceinfo. Feindliche Übernahmeangebote gehörten zu einem «überholten Kapitalismus», sagte der mächtige Ressortchef.

Suez wehrt sich gegen eine Übernahme durch den Konkurrenten Veolia, der den knapp 30-prozentigen Anteil des Energiekonzerns Engie an Suez kaufen will. Der Verwaltungsrat von Engie hatte dem Angebot von Veolia am Montag zugestimmt. Der französische Staat, der 22 Prozent an dem Energiegiganten Engie hält, stimmte in der Sitzung dagegen, wie Le Maire bestätigte.

Suez-Chef weist Darstellung von Veolia zurück

Zwischen Veolia und Suez besteht Uneinigkeit über die Übernahme. Veolia hatte am Sonntag bekannt gegeben, sich «bedingungslos» verpflichtet zu haben, kein feindliches Übernahmeangebot für Suez abzugeben, sofern das Unternehmen den Engie-Anteil nach «konstruktiven» Gesprächen mit dem Suez-Management erwerbe. Suez wies diese Darstellung zurück und erklärte, dass die Pressemitteilung von Veolia «irreführend» sei und die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gescheitert seien.

Suez-Chef Philippe Varin hatte in einem Brief an Veolia-Chef Antoine Frerot mitgeteilt: «Die Übernahmeofferte, insbesondere der erste Schritt, die 29,9-prozentige Engie-Beteiligung an Suez zu kaufen, ist nach wie vor feindselig.» Für das Aktienpaket sollen 3,4 Milliarden Euro über den Tisch gehen. Engie bezifferte den Kapitalgewinn vor Steuern durch die Transaktion auf 1,88 Milliarden Euro.

Ardian plant kein Angebot

Am Montagnachmittag gab das französische Private-Equity-Unternehmen Ardian, das auch Minderheitsgesellschafter bei EWE ist, bekannt, kein Angebot über den Kauf von Engies Suez-Anteilen unterbreiten zu wollen. Erst vergangenen Donnerstag hatten sowohl der Verwaltungsrat als auch die Mitarbeiter von Suez grünes Licht für einen Abtritt der Anteile an Ardian signalisiert. Im «derzeitigen Klima» stimme der Verwaltungsrat aber Ardians Entscheidung zu, dass ein Angebot keinen Sinn mache.

Der Kauf des Engie-Anteils wäre ein erster Schritt für Veolia auf dem Weg, Suez komplett zu übernehmen. Veolia hatte Ende August seine Übernahmepläne bekannt gemacht. Es ist der zweite Versuch, Suez zu übernehmen. 2012 war die Suez-Übernahme durch Veolia unter anderem an kartellrechtlichen Bedenken gescheitert. (jk/dpa)

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