Ob es mit diesem Freibadsommer noch was wird? Das fragen sich derzeit auch viele Stammgäste des traditionsreichen Flussbads Hainbad an der Regnitz in Bamberg. Die Stadtwerke Bamberg haben trotz Corona-Pandemie die Hoffnung noch nicht aufgegeben und Mitte vergangener Woche mit dem Verkauf von Hainbad-Saisonkarten begonnen. Die Verkaufserlöse von je 50 Euro pro Karte fließen aber nicht an den Kommunalversorger, sondern gehen in diesem Jahr an das Theater im Gärtnerviertel und das Kindertheater Chapeau Claque. "Wir wollen damit ein wenig Mut machen, dass ein Badesommer noch möglich ist. Wenn nicht haben die Käufer zumindest etwas für einen guten Zweck getan", erklärt Jan Giersberg, der Pressesprecher der Stadtwerke Bamberg auf Anfrage. Die Idee für den Saisonkarten-Vorverkauf kam von der Lyrikerin Nora Gomringer.
Neben der Hainbadestelle betreiben die Stadtwerke noch zwei weitere Freibäder in Bamberg. Das kommunale Unternehmen hofft auf baldige Klarheit seitens Staatsregierung zum Betrieb von Schwimmbädern in diesem Sommer sowie zu hygienischen Vorgaben und sonstigen Rahmenbedingungen wie Abstandsregelungen auf den Liegewiesen und in den Schwimmbecken, zur Öffnung von Rutschen und Wellenbecken oder allgemeine Zugangsbeschränkungen zum Bad.
Freibadbetrieb würde Defizit der Bädersparte weiter vergrößern
"Je früher das erfolgt, desto besser können wir reagieren. Die organisatorischen und hygienischen Herausforderungen beim Badbetrieb sind in diesem Sommer immens", so Giersberg. Die Stadtwerke Bamberg arbeiteten gerade an entsprechenden Konzepten für eine Wiederöffnung. Klar sei aber, dass der Freibadbetrieb in diesem Jahr das Defizit der Bädersparte noch erheblich vergrößern würde. Gleichzeitig sehe man aber auch den besonderen Stellenwert einer derartigen Freizeitinfrastruktur für die Bürger – gerade in einem Jahr, in dem viele Menschen wohl überhaupt nicht in Urlaub fahren könnten.
Mehrere Dutzend Mitarbeiter arbeiten kurz
Die rund 30 Mitarbeiter der Bäderbetriebe der Stadtwerke arbeiten aktuell kurz, ebenso die Mitarbeiter der Bertriebskantine. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in den nächsten Wochen noch andere Bereiche dazukommen. Die Ausgangsbeschränkungen haben bei dem kommunalen Unternehmen allein im ÖPNV in den vergangenen Wochen Umsatzeinbußen von rund einer Million Euro verursacht, hinzukommen Umsatzeinbußen in den Bädern sowie erhebliche Risiken im Energievertrieb. (hoe)

