Auch in China wird die Energiewende vorangetrieben. Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz und die Errichtung von Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien werden landesweit geplant. In der Provinz Jiangsu mit der alten Kaiserstadt Nanjing soll nun mit deutschem Know-how die Fernwärmeversorgung eines neuen Stadtviertels für 1,5 Mio. Menschen entstehen.
Die Stadtwerke Dinslaken verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz bei der biogenen Erzeugung von Wärme bzw. Strom und Wärme in Kraft-Wärme-Kopplung, der Auskopplung industrieller Abwärme und der Verteilung von Wärme über Fernwärmenetze. Davon will das chinesische Unternehmen Feiyuan Enterprise mit der 2017 geschlossenen Kooperationsvereinbarung profitieren.
Quartiere mit Wärme und Kälte versorgen
Konkret plant die chinesische Investment- und Immobilienfirmengruppe ein neues Stadtviertel für 1,5 Mio. Menschen auf einer Fläche so groß wie Dinslaken. Die Häuser sollen Fernwärme- und Kälteversorgung erhalten. Dort eine Neuheit, die mit dem Know-how vom Niederrhein realisiert werden soll. Innerhalb des Gebietes sollen die Quartiere auf Basis von Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWK) versorgt werden, um eine hohe Energieeffizienz zu erreichen. Aktuell wird eine Machbarkeitsstudie des Vorhabens finalisiert.
Die Art und Weise der Beteiligung der Dinslakener ist noch nicht geklärt. „Sowohl eine Gesellschaftsbeteiligung in kleinem Umfang wie ein Beratervertrag sind denkbar“, schreibt uns das Unternehmen. „Eine Beratungsleistung, deren genauen Inhalte gegebenenfalls noch abgesteckt werden müssen, ist aber für ein verhältnismäßig kleines Stadtwerk, wie es die Dinslakener sind, auf jeden Fall sehr attraktiv.“
„‘Made in Germany‘ hat hohen Stellenwert“
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Bürgermeister Michael Heidinger resümiert nach dem Besuch der Provinz im Januar 2018: „Es war in Nanjing deutlich festzustellen, welch immens hohen Stellenwert Qualität ‚made in Germany‘ in China besitzt.“ Das Unternehmen prüft derzeit noch weitere Projekte in China und Asien. (pm)
